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08.08.2007 

Wie dringlich in diesem Bereich konkrete Lösungen sind, spüren vielleicht weniger die Experten als vielmehr zahlreiche Familien, denen im dynamischen Zeitalter der Globalisierung immer mehr Mobilität abverlangt wird. Das gilt sowohl für Schüler als auch für Lehrer. Da stößt es bei Betroffenen und solchen Bürgern, die wissen, dass auch sie leicht in die entsprechende Situation geraten könnten, auf wenig Verständnis, wenn etwa in Bayern andere Bildungsstandards gelten als in Hessen, im Saarland andere als in Baden-Württemberg, in Mecklenburg-Vorpommern andere als in Berlin.

Die aktuelle Praxis erleichtert weder die geforderte Mobilität der Bürger, noch fördert sie das allgemeine Bildungsniveau. Wer für einen föderalistischen Wettbewerb plädiert, und das bin auch ich, der muss dennoch anerkennen, dass Föderalismus immer auch einen Rahmen benötigt, der allen Bundesbürgern grundlegende Gemeinsamkeiten garantiert. Ich sehe keinen vernünftigen Grund, heutzutage ausgerechnet im Bereich der Schulbildung darauf zu verzichten.

So sollte schon ein und dasselbe Kernwissen innerhalb Deutschlands gelten. Das verbindet und erhöht die Flexibilität. Die Vielfalt sollte sich dagegen etwa auf Lehrmethoden oder Personalpolitik beschränken. Und diese Vielfalt wird sich mehr und mehr durch das Konzept eigenverantwortlicher Schulen ergeben, wonach jede einzelne Schule in der Pflicht stehen sollte, mehr Verantwortung zu übernehmen, gleichgültig in welchem Bundesland sie angesiedelt ist.

Spätestens seit Formulierung der Lissabon-Strategie ist klar, dass das Ziel, dynamischste Weltregion zu werden, nicht zu erreichen ist, ohne die Mobilität innerhalb Europas zu fördern. Das gilt vor allem für Forschung und Bildung.

Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in der ersten Hälfte dieses Jahres wurde nicht zuletzt deshalb massiv dafür geworben, langfristig gemeinsame europäische Standards bei allgemeiner und beruflicher Bildung anzustreben. Wie will man den Menschen erklären, dass man die Mobilität innerhalb der Europäischen Union fördern muss, wenn man gleichzeitig auf unterschiedliche Bildungsstandards in den Bundesländern beharrt? Das ist wenig sinnvoll, wirkt kleinkariert und provinziell.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Was erfolgreicher Föderalismus heißt.

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