0 Bewertungen
25.03.2008 

Doch so erfreulich die Zahl in der absoluten Betrachtung scheint, so wenig beeindruckt sie, wenn man sie in Relation zu anderen Zahlen setzt. Jede dieser so vermiedenen Tonnen kostet aufgrund der hohen Subventionen 900 Euro. Das ist das Dreißigfache des Wertes, den der für den Klimaschutz eingeführte Emissionshandel einer Tonne Kohlendioxid zurechnet. Bedenkt man zudem, dass beispielsweise die Erhöhung des Wirkungsgrades bestehender Kohlekraftwerke um nur einen einzigen Prozentpunkt schon 4,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid - also die 2,5-fache Emission - vermeiden würde, dann verdunkelt sich der helle Schein der Sonnenenergie.

Selbst gegen andere Alternativenergien fällt die Bilanz bedenklich aus. Windstrom ist zum Beispiel nur zweimal so teuer wie konventioneller Strom, kostet also bei deutschen Wetterverhältnissen nur ein Fünftel des Solarstroms.

Indes scheint das Geschäft mit den Solarzellen aufgrund der überzogenen Subventionsleistungen äußerst lukrativ zu sein. Und die hohen Gewinnspannen geben keinen Anlass zur Verbesserung. Diese entspannte Lage in der Photovoltaikindustrie wirkt sich negativ auf deren Innovationsfreudigkeit aus. Experten schätzen, dass durch effizientere Fertigungsverfahren sowie durch Weiterentwicklungen Einsparpotenziale bei den Produktionskosten von bis zu 15 Prozent im Jahr existieren. Es zeigt sich somit auch beim Klimaschutz, wie wichtig es ist, Subventionen zurückhaltend zu gewähren und von vornherein zeitlich zu begrenzen. Außerdem müssen die zuständigen Behörden mit der Kompetenz ausgestattet sein, die Subventionshöhe nach Maßgabe der Wettbewerbslage anzupassen und auf diese Weise die Anbieter langsam an ein Leben im ungeschützten Markt heranzuführen.

Zuletzt noch ein Wort zu dem Argument, man müsse die rund 35 000 Arbeitsplätze in der Solarbranche bedenken. Spätestens der Fall Nokia dürfte selbst dem letzten Zweifler gezeigt haben, dass Subventionen nur einen Zeitgewinn, nicht aber dauerhafte Arbeitsplätze hervorbringen. Schon jetzt kommt die Hälfte der hier installierten Solaranlagen aus Ostasien. Die werden ebenfalls vom Stromverbraucher in Deutschland subventioniert. Rein rechnerisch wird ein Arbeitsplatz in der deutschen Solarbranche mit 153 000 Euro jährlich subventioniert. Das ist doppelt so viel wie im Steinkohlebergbau, wo man Jahrzehnte brauchte, um den Subventionsausstieg zu finden. Damit die eigentlichen Ziele erreicht werden können, ist jetzt eine realistische Sicht notwendig. Auch Ökologie braucht ökonomische Vernunft. Mit Ideologien - das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben - lässt sich die Welt jedenfalls nicht retten, selbst dann nicht, wenn man viel Geld ausgibt.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Forum Diskussionen zu diesem Beitrag im Forum
Teurer Traum von der Sonne von Redaktion
  Alle anzeigen
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige