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16.04.2008 

Genauso wie in einer intakten Gesellschaft Kinder nicht auf eine finanzielle Belastung reduziert werden, werden auch ältere Menschen im Ruhestand nicht von den Jüngeren einfach als Ballast empfunden. Das belegen auch die Ergebnisse aktueller Umfragen, wo die Mehrheit der Bundesbürger unter 30 Jahren Verständnis für die Rentenerhöhung bekundet.

Umgekehrt kann ich mich auch nicht daran erinnern, dass sich die Rentner beschwert hätten, als es um die Erhöhung der Ausgaben für Kinder und junge Familien ging. Im Gegenteil: Wie wir erleben konnten, waren die Rentner durchaus bereit, Abstriche hinzunehmen - schließlich haben sie die Nullrunden der letzten Jahre im Allgemeinen geduldig ertragen, obwohl die Teuerungsrate hoch war.

Nicht die vermeintliche Konkurrenz der Generationen birgt ein Problem, sondern eine veraltete institutionelle Struktur, in der das Miteinander der Generationen nicht mehr befriedigend realisiert werden kann. Hier sollten Politiker engagierter um moderne Lösungskonzepte werben. Die Förderung einer Bürgergesellschaft, welche die Leistungen jenseits der Erwerbstätigkeit wieder angemessen würdigt, ist dabei unverzichtbar.

Statt also über vermeintliche Verteilungskonflikte zwischen Generationen zu diskutieren und an einen einfachen Stimmenfang bei Rentnern zu glauben, sollten die verantwortlichen Politiker jetzt alles daransetzen, Solidarität und Miteinander in unserer Gesellschaft zu stärken. Eine Gesellschaft ist mehr als eine ökonomische Veranstaltung, bei der jeder versucht, seinen ganz persönlichen finanziellen Vorteil zu maximieren.

Gerade die Generation der jetzigen Rentner weiß nur zu genau, dass im Endeffekt lediglich das verteilt werden kann, was erwirtschaftet wurde. Und es ist eine Tatsache, dass immer weniger Erwerbstätige eine steigende Anzahl von Rentnern versorgen müssen. Doch weil die Gesellschaft mehr ist als die Summe ihrer Interessengruppen, bleibt es für die Solidargemeinschaft auch eine Gemeinschaftsaufgabe, die demografischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Mit den jüngsten Rentenreformen ist im Grunde schon ein großer Schritt getan. Es kommt nun darauf an, die langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und den Riesterfaktor 2012 wieder in Gang zu setzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann eine Volkspartei ausgerechnet bei lebenserfahrenen Bürgern punkten kann, wenn sie nicht ein ausgeglichenes Konzept vorlegt, das die Gesellschaft zusammenführt, statt sie zu spalten.

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