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30.04.2008 

Der Nutzen einer regen Auslandsaktivität von Studenten wird immer offensichtlicher, und die Entscheidungen junger Menschen für einen solchen Schritt werden immer selbstverständlicher. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger für ein Land, auch ein attraktiver Bildungsstandort zu sein.

Gerade wenn man - was leider auf Deutschland zutrifft - an einem wachsenden Defizit Hochqualifizierter leidet, bieten sich hier die besten Chancen für eine gezielte Zuwanderungspolitik. Bereits im Jahr 2006 konnten 165 000 Stellen für Hochqualifizierte, hauptsächlich Ingenieure und Techniker, nicht besetzt werden. Und im Februar dieses Jahres gab es weniger arbeitslose Ingenieure und Techniker als offene Stellen, wobei erfahrungsgemäß nicht einmal die Hälfte der freien Arbeitsplätze in diesem Bereich überhaupt gemeldet wird.

Es ist daher zu begrüßen, dass seit Ende vergangenen Jahres die sogenannte Vorrangprüfung für ausländische Absolventen deutscher Hochschulen gestrichen wurde. Sie können seitdem - zunächst auf der Grundlage einer einjährigen "Arbeitserlaubnis-EU", anschließend mit einer "Arbeitsberechtigung-EU" - eine ihrer Ausbildung entsprechende Beschäftigung aufnehmen. Die tatsächliche Wirkung dieser Maßnahme ist allerdings noch ungewiss und bleibt abzuwarten.

Gewiss ist hingegen die strategische Bedeutung des Wettbewerbs um die besten Köpfe sowie der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Wachstum und der Zuwanderung von Hochqualifizierten. Die USA setzen bekanntlich seit jeher auf diesen Effekt. Das beeindruckendste Beispiel hierfür finden wir aktuell allerdings in der EU.

Irland, das einstige Armenhaus Europas, hat sein rasantes Wachstum auch seinen Immigranten zu verdanken, deren Anteil an Hochqualifizierten fast doppelt so groß ist wie die Quote der gebürtigen Iren. Ebenfalls deutlich besser als die Bundesrepublik stehen hier etwa Schweden, Großbritannien, Australien, Kanada und Norwegen dar. Deutschland vergibt bislang noch Chancen.

Wir sollten uns also keinesfalls mit dem aktuellen Rekord zufriedengeben und noch intensiver und mit attraktiveren Angeboten um ausländische Studenten und Absolventen werben. Zufriedenheit ist schon allein deshalb nicht angemessen, weil seit 2003 die Anzahl der ausländischen Studienanfänger wieder zurückgeht. Es gilt daher, schleunigst wieder eine Trendwende herbeizuführen.

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