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14.05.2008 
Clinton hält Kandidatur nach Vorwahlen in West Virginia aufrecht

Sieg mit psychologischer Bedeutung

von Markus Ziener

„Das Rennen ist noch nicht vorbei“. Es war dieser Satz, auf den die Anhänger von Hillary Clinton in Charleston in West Virginia gewartet hatten als die Senatorin kurz nach 21 Uhr aufs Podium trat. Denn zahlreiche Gerüchte wollten wissen, dass Hillary nach ihrem Erfolg in dem dünn besiedelten Hügelland westlich der Appalachen das Ende der Kampagne verkünden würde – so beeindruckend ihr Sieg auch war.

Hillary Clinton will nach ihrem Sieg bei den Vorwahlen in West Virginia weiter um die Präsidentschaftskandidatur kämpfen. Foto: apLupe

Hillary Clinton will nach ihrem Sieg bei den Vorwahlen in West Virginia weiter um die Präsidentschaftskandidatur kämpfen. Foto: ap

WASHINGTON. Doch nichts davon. Die Senatorin aus New York machte schnell klar, dass es weitergeht bis zum letzten Wahltag am 3. Juni. Und wie inzwischen seit Wochen forderte sie ihre Unterstützer noch am Wahlabend unverblümt auf, Geld zu spenden.

Denn angesichts möglicherweise 20 Mill. Dollar Schulden braucht Hillary Clinton dringend Geld für ihre Kampagne, um nicht noch tiefer in die eigene Kasse greifen zu müssen. Die Dynamik zu Gunsten von Barack Obama, der seit den Wahlen in Indiana und North Carolina de facto als demokratischer Kandidat gilt, hat den Spendenstrom an Hillary zu weiten Teilen ausgetrocknet. Um ihre Bewerbung noch drei Wochen am Laufen zu halten muss die Wahlkasse wieder aufgefüllt werden.

Arithmetisch war der Sieg in West Virginia nicht wirklich wichtig, da nur etwas mehr als zwei Dutzend Delegierte zu vergeben waren. Was Hillary Clinton mit ihrem Erfolg aber psychologisch gelingt, ist, Zweifel an den Fähigkeiten von Barack Obama zu säen. Der Abstand zwischen den beiden fiel in West Virginia mit über 30 Prozent so groß aus, dass sich selbst jene, die gerne die Bedeutung des Erfolgs klein reden, nach den Ursachen für die Niederlage Obamas fragten. Der 46-Jährige hatte doppelt so viel Mittel in den Wahlkampf investiert wie Hillary und genoss den Rückenwind aus den Wahlen der Vorwoche – dennoch wollten die Demokraten in West Virginia keinen Frieden mit ihm schließen und gaben der Konkurrentin ihre Stimme.

Dabei wiederholte sich ein bekanntes Muster aus den vorherigen Wahlen: Clinton holte den Sieg durch große Mehrheiten bei den Weißen, den Älteren und jenen, die weniger als 50 000 Dollar pro Jahr verdienen. Da in West Virginia kaum Afro-Amerikaner leben fehlte Obama das solide Fundament aus anderen Wahlen. Er machte kaum einen Stich in den traditionellen Clinton-Wählergruppen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kampf um Stimmen aus Michigan und Florida geht weiter

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