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HANDELSBLATT, Donnerstag, 8. Mai 2008, 07:15 Uhr

Nach North Carolina und Indiana darf Obama hingegen hoffen, dass die Wright-Kontroverse an Bedeutung verliert, dass sich das Interesse jetzt auf Hillarys Schieflage konzentriert und dass am Ende vielleicht sogar noch Gutes aus dem pastoralen Desaster erwächst. Wer Tiefschläge übersteht, der gilt als gestählt: Immerhin kann nun auch Obama für sich geltend machen, einige Narben abbekommen zu haben. Ein Argument im Übrigen, dass bei so manchem Superdelegierten durchaus Gewicht hat. Denn dort gibt es eine nicht gerade kleine Fraktion, die Obama wegen seiner Unerfahrenheit, seiner Jungenhaftigkeit für schlecht gerüstet hält.

Gerüstet eben für die Auseinandersetzung mit dem Republikaner John McCain. Immer wieder wird bei den Demokraten das Schreckgespenst von der republikanischen „attack-machine“ heraufbeschworen, die schon so manchen Demokraten in die Knie gezwungen habe. So wie 2004 John Kerry, dessen Kriegsdienst in Vietnam in republikanischen TV-Spots zur Drückebergerei („Swift-Boat“) karikiert wurde. Die Sorge, dass sich Obama solchen Angriffen nicht zu erwehren wisse, hat viele in der Parteispitze für Hillary Clinton eingenommen. Nach Obamas geschicktem Krisenmanagement in Sachen Wright dürfte der Senator bei dieser Klientel jedoch Punkte gesammelt haben.

Entkräftet hat Obama mit seinem Abschneiden in Indiana aber auch das Clinton-Argument, er komme bei der weißen Arbeiterschaft nicht an. Vier von zehn Wählern dieser Gruppe gaben Obama ihre Stimme. Und bei allen, denen insbesondere die amerikanische Wirtschaftskrise auf den Nägeln brennt, haben Obama wie Clinton fast gleichgut abgeschnitten. Clintons populistischer Vorschlag einer zeitweiligen Befreiung von der Benzinsteuer zog ganz offensichtlich nicht.


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Auf manchen Demokraten wird der Wahlabend des 6. Mai jetzt wie eine Befreiung wirken. Denn erstmals ist ein Ende der Dauerfehde in Sicht. Und: Die Partei ist schon lange bereit, den strahlenden Sieger Barack Obama auf den Schild zu heben. Sie hat bislang nur auf bessere Gründe gewartet. 155 Delegierte Vorsprung sollten nun aber Grund genug sein.


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Showdown mit Signalwirkung


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Markus Ziener

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