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HANDELSBLATT, Donnerstag, 8. Mai 2008, 11:41 Uhr

Doch das Wort verlieren ist im Wortschatz der Clintons (noch) nicht vorhanden. Stattdessen klammern sie sich an Florida und Michigan. In den beiden Staaten hatte Clinton die Vorwahlen zwar gewonnen. Aber die Partei will die Abstimmung nicht werten, weil die Demokraten in diesen Staaten die Parteiregeln verletzt und die Vorwahlen vorgezogen hatten. In Michigan hatte Obama vor diesem Hintergrund auch seinen Namen erst gar nicht auf die Wahlzettel setzen lassen.

Die Ex-First Lady wird nach Aussagen ihres Wahlkampfmanagers nun alles daran setzen, dass auch die Delegierten dieser Bundesstaaten in Denver einbezogen werden. Doch ein Erfolg ist fragwürdig.

Hillary Clinton hat keine Pfeile mehr im Köcher. Auch in der demokratischen Partei mehren sich die Stimmen, die sie zum sofortigen Aufgeben bewegen wollen. Denn der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur droht für die Partei tatsächlich zum „langen, scheinbar endlosen Todesmarsch zum Weißen Haus“ zu werden, wie TV-Comedy-Star Jon Stewart lästert. Viele Demokraten fürchten angesichts des erbitterten, unentschiedenen Kampfes zwischen dem schwarzen Senator und der Ex-First-Lady ein Debakel für die Partei.

Der Kandidat der Republikaner, John McCain, kann sich indes die Hände reiben. Eine kandidatur Obamas kommt kommt seinen Parteistrategen durchaus gelegen.

Die Demokraten wüssten genau, dass sie „mit einer Koalition von College-Studenten und Weißwein-Trinkern“ nicht gewinnen könnten, lästert der republikanische Wahl-Stratege Karl Rove. Zwar werde Obama die linke und liberale Basis sowie die Intellektuellen („Weißweintrinker“) mobilisieren, die Wähler der Mitte würden den schwarzen Senator mit den vielen „merkwürdigen Freunden“ aber kaum akzeptieren.

Immer wieder wird bei den Demokraten das Schreckgespenst von der republikanischen „attack-machine“ heraufbeschworen, die schon so manchen Demokraten in die Knie gezwungen habe. Und einige Demokraten bezweifeln, dass Obama die weiße Arbeiterschicht überzeugen kann, ohne deren Stimmen ein Sieg gegen McCain nicht möglich sein dürfte. Wählernachfragen zufolge gewann Clinton in den beiden Vorwahlen am Dienstag 60 Prozent der Stimmen von Weißen, Obama siegte bei den Farbigen mit 90 Prozent.


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Showdown mit Signalwirkung


Pennsylvania, das sind die USA im Kleinen. Der Bundesstaat an der Ostküste heißt nicht zufällig der „Keystone“-State – wie der Schlussstein beim Hausbau. Den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Barack Obama und Hillary Clinton stellt sich vor allem eine Frage: Wer erobert bei den Vorwahlen die Stimmen der weißen Arbeiter?

Markus Ziener

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