Recht + SteuernAbgeltungsteuer
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Sonntag, 28. Oktober 2007, 08:00 Uhr
Verlustverrechnungen bleiben problematisch.

Abgeltungssteuer: Reformziel deutlich verfehlt

Von Patrick Mönnighoff

Trotz all der durchaus berechtigten Kritik – die Abgeltungsteuer hat prinzipiell auch eine gute Seite: Einer der Hauptgedanken dabei war, die Besteuerung der Kapitalerträge durch die neuen Regeln deutlich zu vereinfachen. Das Problem: Die Verantwortlichen scheinen dieses Ziel in den vergangenen Monaten mehr und mehr aus den Augen verloren zu haben.


 Mehr zum Thema: Abgeltungsteuer
Artikel

Anlagehäuser hoffen auf Absatz  (16.05. 07:15)

Artikel

Anleger sollten nicht nur auf die Steuer schauen (15.05. 13:53)

Artikel

Neues System, altes Leid  (12.05. 09:00)

Zum Special ...



Ob die Abgeltungsteuer hilft, Bürokratie abzubauen und die Steuererklärung zu vereinfachen, ist fraglich.
Ob die Abgeltungsteuer hilft, Bürokratie abzubauen und die Steuererklärung zu vereinfachen, ist fraglich.

DÜSSELDORF. Ob die Abgeltungsteuer hilft, Bürokratie abzubauen und die Steuererklärung zu vereinfachen, ist jedenfalls fraglich. In der Theorie sollte durch den einheitlichen Steuersatz, einfachere Verlustverrechnungen, eine unkomplizierte Erfassung und die anonyme Überweisung direkt durch Bank der Aufwand für Anleger ab 2009 deutlich verringert werden.

Doch die Kreditinstitute müssen in Zukunft nicht nur ihre Mitarbeiter speziell für die neuen Regeln schulen, sondern beispielsweise auch nachhalten, wann und zu welchem Kurs der Anleger einzelne Papiere gekauft hat und wie hoch demnach der zu versteuernde Gewinn bei einem Verkauf ist (siehe „Ein beträchtlicher Aufwand“). „Wirklich einfacher wird es nur für wenige Anleger“, prognostiziert daher Manuela Wänger, Steuerberaterin bei der Partnerschaftsgesellschaft Dr. Ebner, Dr. Stolz & Partner in Stuttgart.

Denn durch zahlreiche nachträgliche Änderungen an den ursprünglichen Plänen und die weiter bestehenden Ausnahmeregeln wird ein Großteil der Vorteile wieder zunichte gemacht. Auch in Zukunft werden viele Bürger bei den Erträgen aus Kapitalvermögen weiterhin an der jährlichen Steuererklärung nicht vorbei kommen.

In der Branche kursieren bereits erste Schätzungen, nach denen bis zu 90 Prozent aller Sparer auch weiterhin in die Veranlagung gehen müssen. „Diese Zahl ist sicher etwas hoch gegriffen“, sagt zwar Mathias Lamprecht, Steuerberater und vereidigter Buchprüfer bei der Kölner Sozietät Hecker, Werner, Himmelreich & Nacken. Das ursprüngliche Ziel einer einheitlichen Besteuerung für alle Anleger werde aber vorerst durch die Abgeltungsteuer nicht erreicht, meint der Kapitalanlage-Spezialist.

Denn Gründe, auch in Zukunft die Besteuerung erst in der Jahreserklärung vorzunehmen, gibt es viele. Zum Beispiel werden viele Investoren noch vor dem Ende des kommenden Jahres ihr Geld in Wertpapiere stecken, um sich die aktuell günstigen Regeln etwa bei der Spekulationsfrist zu sichern. Die möglichen Einnahmen aus diesen Anlagen müssen jedoch zumindest bei einem Verkauf in den ersten Monaten 2009 weiterhin in der Steuererklärung aufgeführt werden. „Hinzu kommen alle Anleger, die ein Depot bei einer ausländischen Bank haben“, sagt Lamprecht. Zwar fällt auch dann der Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent an. Da aber nur inländische Institute die Abgaben direkt an den Fiskus abführen, ist in derartigen Fällen der Steuerpflichtige selbst gefragt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Problematisch bleiben auch die Verlustverrechnungen.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Anlagehäuser hoffen auf Absatz (16.05. 07:15)
Artikel Neues System, altes Leid (12.05. 09:00)
Artikel Anleiheinvestoren profitieren(08.04. 11:08)
Artikel Das Depot für die Abgeltungsteuer justieren(30.11. 19:59)
Artikel Dachfonds werden attraktiver (19.11. 11:32)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

MARKTINFORMATIONEN
 DAX 7.156,55 +1,07%
 TecDAX 866,04 +0,54%
 Dow 12.910,67 -0,63%
 Nasdaq 2.017,01 -0,71%
 Nikkei 225 14.219,48 -1,00%
 DJGTitans 193,73 -0,45%
 Euro(USD) 1,5588 +0,95%
 Euro-Bund 113,62 +0,39%
 Gold NY 881,25 +1,88%
 Rohöl ($/B) 123,25 +1,22%
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,24 +3,84%
 Henkel 30,63 +3,58%
 TUI 18,13 +3,13%
 E.ON 130,42 -0,56%
 Commerzbank 22,52 -4,98%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
UNTERNEHMEN AKTUELL
Liste aller Unternehmen und Organisationen, über die wir aktuell berichten zum Beispiel:
 Commerzbank
 Franz Haniel & Cie GmbH
 Hugo Boss
Alle Unternehmen 
ZINSESZINS

Die Vorsorgekolumne
Auf morgen verschoben


Mit dem Sparen anzufangen, fällt vielen Bürgern schwer. Das Unterbewusstsein kann sich die weite Zukunft nicht vorstellen. Auch reagiert der Kopf in erster Linie emotional. Es gibt jedoch Wege, sich selbst ein Schnippchen zu schlagen.

Von Gertrud Hussla

ANALYSTENMEINUNG
ArtikelAktienanalysen des Tages
ArtikelWestLB hebt Hugo Boss auf „Add“
ArtikelMerrill Lynch hebt Ziel für Hochtief auf 87 Euro
Artikel Kunden-Info: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten
DIE FINANZPROFIS

Experten beziehen Stellung zu aktuellen Börsen-Themen
Schweizer Geheimnisse


Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke


Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Generation 50+

Wie finanzstarke Menschen „im besten Alter“ professionell vorsorgen.
Mietrecht

Aktuelle Urteile im Überlick: Ihre Rechte und Pflichten als Mieter und Vermieter.
Anleger-Akademie

Wie Sie Ihr Geld vermehren können – eine Anleitung.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick