| HANDELSBLATT, Freitag, 16. November 2007, 07:03 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Handelsblatt Special Abgeltungsteuer | ||||||||||||||||||||||||
Das Depot richtig aufräumen | ||||||||||||||||||||||||
Von Christian Kirchner | ||||||||||||||||||||||||
Für die Anleger in Deutschland war die Zwischenkorrektur im Spätsommer eigentlich eigentlich eine gute Nachricht. Wie das zusammenpasst? Bis zum 31. Dezember 2008 haben sie Gelegenheit, sich bei Neuengagements den Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer auf Kursgewinne zu sichern. | ||||||||||||||||||||||||
Investoren stecken deshalb in der Zwickmühle: Sie möchten steuerlich möglichst optimal anlegen, einerseits. Das hieße, noch bis Ende 2008 zu kaufen. Sie möchten aber auch andererseits nicht zu Höchstkursen in den Markt einsteigen - schließlich klettern die Kurse bereits seit mehr als vier Jahren. Die Korrektur erleichtert es daher Anlegern psychologisch, in den nächsten knapp eineinhalb Jahren ihr Depot auf Rendite und Abgeltungsteuer genauestens zu prüfen. Experten wie Björn Drescher vom Informationsdienst Drescher & Cie taxiert das Volumen der anstehenden Umschichtungen auf 200 Mrd. Euro. "Grundsätzlich sollten risikobereite Anleger überdenken, Aktienengagements auf die Zeit bis Ende 2008 vorzuziehen, während sie sich mit festverzinslichen Investitionen ruhig noch Zeit lassen können", sagt Ulrich Stephan, Leiter des Vermögensmanagements bei MLP. Strategisch bedeutet die Stichtagsregelung vor allem eines: Neue Engagements sollten Anleger in solche Anlagen eingehen, die sie über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in ihren Depots halten können. Fehlentscheidungen können langfristig teuer werden: Erweist sich eine Aktie oder ein Fonds als Rohrkrepierer, müssen Anleger ab 2009 entscheiden, ob sie an einem schlechten, aber langfristig steuerfreien Engagement festhalten wollen oder umschichten - und dann Kursgewinne versteuern müssen. Auf der Ebene der Fonds heißt das: "Anleger sollten Vorsicht mit Produkten walten lassen, die ein zu enges Anlagespektrum abdecken", sagt Christoph Kanzler, Produktmanager der Quirin Bank. Trend- und Branchenfonds sind daher für Langfristanleger derzeit weniger interessant. Gerade die Erfahrung aus der letzten Boomphase zeigt, dass sich Trends an den Kapitalmärkten schnell ändern. Umfassende Fonds für mehrere Anlageklassen, sogenannte Multi-Asset-Fonds, sowie Dach- und Mischfonds qualifizieren sich hingegen besonders für die langfristige Anlage, sofern Erträge und Gebühren in einem akzeptablen Verhältnis stehen. Mit ihnen delegieren Anleger die künftigen Umschichtungen je nach Marktlage an die Verwalter, ohne selbst steuerrelevante Transaktionen vornehmen zu müssen. Auch Indexfonds (ETFs) sind langfristig lukrative Vehikel, da sie im Gegensatz zu aktiv verwalteten Fonds weit weniger gefährdet sind, durch Managementwechsel, Fondsschließungen oder Änderungen der Anlagestrategie Umschichtungen auf Ebene des Anlegers zu provozieren.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auf der Suche nach dem optimalen Produkt | ||||||||||||||||||||||||
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