0 Bewertungen
14.05.2008 
Höherer Lohn für Minijobberin muss nachgezahlt werden

Textildiscounter Kik unterliegt im Streit um 5,20 Euro Stundenlohn

Der Textildiscounter Kik ist am Mittwoch vom Arbeitsgericht Dortmund dazu verurteilt worden, einer geringfügig Beschäftigten einen höheren Lohn nachzuzahlen. Die Frau sei mit einem Stundenlohn von 5,20 Euro unangemessen niedrig vergütet worden, entschied das Gericht.

dpa DORTMUND. Das zur Tengelmann-Gruppe gehörende Unternehmen muss nun für die vergangenen vier Jahre die Differenz zu einem angemessenen Lohn, der nach Auffassung des Gerichts zwischen 7,90 und 8,20 Euro liegt, nachzahlen. Insgesamt sind dies über 9 000 Euro.

Die 46 Jahre alte Klägerin wird von der Gewerkschaft Verdi unterstützt. "Das Gericht ist unserer Argumentation gefolgt, dass es sich bei den auffällig niedrigen Entlohnungen bei Kik um eine sittenwidrige Entlohnung handelt", sagte die Geschäftsführerin des Bezirks Mülheim-Oberhausen, Henrike Greven. Sie hoffe auf positive Auswirkungen für zahlreiche Kik-Beschäftigte. "Wenn sie klug sind, passt Kik nun die Löhne und Gehälter aller Beschäftigten an." Nach ihren Angaben sind in Deutschland eine Reihe ähnlicher Verfahren anhängig.

Der Vorsitzende Richter Peter Wolffram hatte zuvor in der Verhandlung festgestellt, dass mit 5,20 Euro rund die Hälfte des Tariflohns gezahlt werde. Gleichzeitig bezeichnete er den Tariflohn als "wichtiges Kriterium" für die Entscheidung. Der Gesetzgeber wolle eine Vergütung, "die nicht auffallend unangemessen ist". Kik-Anwalt Frank Hahn wies dies zurück. "Eine Vergütung für Minijobber in dieser Größenordnung ist durchaus üblich", sagte er.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Spielend lernen

15.06.2008

Verwandte Beiträge

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ein Multimilliardenverlust  Artikel in Merkliste

03.07.2008 von Nicole Bastian

War doch alles gar nicht sooo schlimm, mag der erste Blick auf die IKB-Jahresbilanz suggerieren. Ein Nettoverlust im Konzern von 24 Millionen Euro, ein operativer Gewinn von 140 Millionen. Aber weit gefehlt. Denn eigentlich hat die kleine Düsseldorfer Mittelstandsbank einen Multimilliardenverlust gemacht. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutsche Bank: Kommunikation ist alles  Artikel in Merkliste

02.07.2008 von Peter Köhler

Okay, es war kein großes Epos, das die Deutsche Bank am Morgen an die Öffentlichkeit gab. Der nüchterne „Hinweis auf das Ergebnis des zweiten Quartals“ umfasst auf der Homepage gerade mal fünf Zeilen. Die Kernpunkte lauten: kein Verlust von April bis Juni, Kapitalquote gut, kein Bedarf für Kapitalmaßnahmen. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Wissenstest: Wie China-tauglich sind sie?

Los geht's!Geschäftsbeziehungen nach China werden immer wichtiger. Dabei muss man allerdings einiges beachten. Denn was in Deutschland normal ist kann in China ...
Testen Sie Ihr Wissen in unserem China-Quiz!
Anzeige