Auch ein weiterer Zeuge, der ehemalige Telekom-Manager Tjark Schütte, half den Klägern nicht. Er konnte nichts zur Sache sagen. Schütte hatte zwar mit dem dritten Börsengang zu tun, war aber nach eigener Aussage zum fraglichen Zeitpunkt mit dem Voicestream-Deal gar nicht befasst. "Um solche Verträge zu unterzeichnen, war ich zu tief aufgehängt", sagte Schütte, der heute für die Deutsche Post arbeitet. Er sei überrascht, dass er überhaupt vorgeladen wurde.
Klägeranwalt Tilp schien selbst überrascht. Er stellte Fragen, die ins Leere liefen und von Telekom-Anwalt Bernd Schmitz-Wilhelm ein ums andere Mal gerügt wurden. Dem schloss sich auch der Vorsitzende Richter Christian Dittrich an. Er wies Fragen an Schütte ab, "weil sie außerhalb des Beweisthemas liegen". Nach nur einer Stunde durfte Schütte den Zeugenstand wieder verlassen.
Noch will Tilp nicht locker lassen: "Wir werden die Akten aus den USA bekommen." Insbesondere wolle er Akten zu einem vorläufigen Angebot an Voicestream und zur Vereinbarung einer Due Diligence aus dem Juni 2000 sehen. Außerdem will er weitere Zeugen laden lassen: den ehemaligen Voicestream-Chef John Stanton, den früheren Telekom-Manager Jeffrey Hedberg sowie Canning Fok, den Chef des damaligen Voicestream-Großaktionärs Hutchison Whampoa. Fok kennt sich mit der deutschen Justiz bereits aus. Er hat schon im Mannesmann-Prozess als Zeuge ausgesagt.
