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29.04.2008 

Der ehemalige Vorstandschef sitzt kaum fünf Minuten auf dem Zeugenstuhl, da hat ihn Telekom-Anwalt Bernd Schmitz-Wilhelm bereits mehrfach unterbrochen. Immer wieder besteht der Rechtsbeistand des Unternehmens darauf, dass Ricke nicht so formuliert habe, wie es der Richter für das Protokoll diktieren will. Ricke, der zunächst selbst keine Einwände erhebt, muss sich mehrfach seine eigenen Formulierungen vorlesen lassen und justieren - ein "detailliert" wegnehmen, dann den Ausdruck "Übernahme" durch "Angebot" ersetzen. Ricke kommt ins Schleudern, setzt neu an und wird wiederum korrigiert.

Der Ex-Telekom-Chef nimmt seinen Auftritt sehr ernst. Eigentlich ist er als Zeuge in dem größten Anlegerprozess der deutschen Justizgeschichte geladen, und doch scheint er sich rechtfertigen zu wollen, als säße er auf der Anklagebank. Immerhin war er es, der im Jahr 2000 - damals als T-Mobile-Chef - im Hause Telekom für die Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream geworben hat. Die Übernahme kostete bekanntlich viel Geld. Zu viel, sagen die Kritiker.

Einer, der es genauer wissen müsste, ist Max Hirschberger. Er muss kurz vor Ricke in den Zeugenstand. Hirschberger findet sich schnell zurecht. Schon einmal saß er auf der Theaterbühne des Veranstaltungssaals, in den das Oberlandesgericht den "Mammutprozess" verlegt hat.

Bei seinem vorherigen Auftritt hatte der Anwalt allerdings nicht als Zeuge Platz genommen, sondern als Rechtsbeistand für Ron Sommer. Die beiden sind alte Bekannte. Hirschberger war Sommers Mann für besondere Aufgaben. Er bereitete unter anderem den Markteintritt der Telekom in den USA vor. Hirschberger war mittendrin, als die Voicestream-Übernahme im Jahr 2000 arrangiert wurde. Er kann sich nicht darauf berufen, von dem Voicestream-Deal erst aus der Zeitung erfahren zu haben - so wie es andere vor ihm getan haben.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Frage nach den "Technikalien"

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