Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen den Gesellschafter sowie die Geschäftsführer der Düsseldorfer Com Vermögens- und Verwaltungs GmbH-Tex wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrugs. Com-Tex-Telefonverkäufer sollen Anlegern unzulässigerweise Aktien der US Fortec Pharma Inc. -Firma verkauft haben.
sos FRANKFURT. Zudem sei von engen personellen Verflechtungen beider Unternehmen auszugehen, hieß es in Ermittlerkreisen. "Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um Scheinfirmen handelt, mit denen Anleger über den Tisch gezogen werden sollten", sagte ein Ermittler. Über die Höhe des Schadens machten die Behörden keine Angaben.
Bereits im Februar hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der Com-Tex den Verkauf der Fortec-Aktien als "unerlaubte Anlagevermittlung" verboten. Denn laut Kreditwesengesetz dürfen nur von der BaFin zugelassene Firmen Wertpapiere verkaufen; Com-Tex hatte diese Erlaubnis jedoch nicht.
Telefonverkäufer des Unternehmens hätten dennoch auch danach noch Privatleute mit wahllosen Anrufen, so genannten cold calls, zum Kauf der Fortec-Papiere überredet, hieß es in Ermittlerkreisen.
Com-Tex-Gesellschafter Hans-Peter T. sei auf dem Grauen Kapitalmarkt kein Unbekannter, sagt der Stuttgarter Rechtsanwalt Heinz Steinhübel, der auf Anlegerschutz spezialisiert ist. Bereits 1999 sei gegen T. wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug ermittelt worden. Das Verfahren sei eingestellt worden. "In unserer Kanzlei haben sich Dutzende Geschädigter gemeldet", sagte Steinhübel. Einer habe 140 000 Euro in "mehr oder weniger wertlose Papiere versenkt".
Auch die Staatsanwaltschaft in Krefeld ermittelt gegen T. wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrugs. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat das Unternehmen nicht werthaltige Aktien an Privatanleger gebracht", sagte der Krefelder Oberstaatsanwalt Klaus Schreiber dem Handelsblatt. Bisher geschätzter Schaden: rund 120 000 Euro.
Com-Tex war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Firma hatte die Telefone auf "Anrufschutz" geschaltet: Unerwünschte Anrufer kommen dann nicht durch.
