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03.01.2008 
Dubiose Vermögenstipps

Geschäftsmodell Abzocke

von Sonia Shinde

Sie heißen Phoenix, Göttinger Gruppe oder First Real Estate Grundbesitz. Sie versprechen Traumrenditen mit Aktien, mit Anleihen oder Optionen am Telefon; sie locken auf Hochglanzpapier mit Steuerersparnis und sicheren Vermögenstipps und garantieren doch nur eines: Geldverlust. Immer mehr Kleinanleger fallen auf dubiose Vermögenstipps herein.

Gläubigerversammlung der Phoenix Kapitaldienst GmbH. Foto: dpaLupe

Gläubigerversammlung der Phoenix Kapitaldienst GmbH. Foto: dpa

FRANKFURT. Kapitalanlagebetrug hat Konjunktur. Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Anlegerschutz bescherte das Jahr 2007 Anlegern Rekordverluste am Grauen Kapitalmarkt. Rund 500 000 Anleger wurden danach Opfer krimineller Anbieter. Abzockmasche Nummer eins: Stille Beteiligungen und Inhaberschuldverschreibungen.

Verlässliche Zahlen gibt es nicht, nur in einem sind sich die Experten einig: Anleger abzocken ist beliebt. Auf rund 500 Mill. Euro taxierte das Bundeskriminalamt den Schaden für das Jahr 2006, die Zahl der Fälle stieg gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent, Tendenz steigend. Nach Schätzungen von Anlegerschützern versickern jedes Jahr rund 20 bis 30 Mrd. Euro am Grauen Kapitalmarkt, rund die Hälfte davon in geschlossenen Fonds.

Waren es einst vor allem Betuchte, die auf dubiose Steuersparmodelle hereinfielen, sind es jetzt zunehmend Selbstständige, Freiberufler und Kleinsparer, die sich Sorgen um ihre Altersvorsorge machen und Betrügern auf den Leim gehen. "Es werden künftig immer mehr Kleinanleger Opfer werden. Massenschadensfälle werden deutlich zunehmen", prognostiziert Klaus Nieding, Präsident des Deutschen Anlegerschutzbundes (DASB).

So verloren in diesem Jahr Sparer rund 60 Mill. Euro durch die leeren Versprechungen der insolventen Düsseldorfer Anlagefirma First Real Estate Grundbesitz (FRE). Sie versprach Käufern ihrer Inhaberschuldverschreibungen hohe Renditen durch Immobilien in Deutschland und Dubai. Doch mit den Geldern wurden Luxusautos und das süße Leben von Geschäftsführerin Anna Cmok und ihrem Lebensgefährten Michael Böhle finanziert. Böhle wird mittlerweile per Haftbefehl wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug und Insolvenzververschleppung gesucht.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kunden ziehen den Kürzeren.

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