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11.11.2007 
Erbschaftsteuer-Reform

Experten erwarten Adoptionsboom

dpa-afx BERLIN. Die Pläne der großen Koalition für eine Reform der Erbschaftsteuer werden nach Einschätzung von Rechtsexperten einen Boom an Adoptionen auslösen. Der Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht, Klaus Michael Groll, sagte dem Magazin "Focus", er erwarte eine starke Zunahme von Adoptionen und Eheschließungen. Auf die Eckpunkte der Reform hatte sich kürzlich eine hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe geeinigt. Damit würden nächste Verwandte wie Kinder und Ehepartner deutlich besser gestellt als andere Erben.

Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) rechnet laut "Focus" mit entsprechenden Steuertricks. Bei einer Veranstaltung der SPD-Fraktion habe der Minister bereits Besitzern von Familienunternehmen empfohlen: "Finden Sie in der Steuerklasse III einen, den Sie adoptieren. Das ist ein kostenloser Rat von mir."

Hintergrund

Die Eckpunkte der Reform sehen für Ehegatten, Kinder und Enkel deutlich höhere Freibeträge vor, mit denen vor allem die höhere Bewertung von Immobilien kompensiert werden soll. Das normale Einfamilienhaus soll weiter steuerfrei vererbt werden können. Dagegen müssen Geschwister, Neffen, Nichten und sonstige Erben mehr zahlen.

Schon bei kleinen Privatvermögen können "Focus" zufolge durch eine Adoption erhebliche Steuern gespart werden. Demnach müsste zum Beispiel ein Neffe für ein Haus seines Onkels im Wert von 400 000 Euro künftig 114 000 Euro Steuern bezahlen. Als Adoptivsohn könnte er die gleiche Immobilie steuerfrei erwerben. Demgegenüber fielen Adoptionskosten kaum ins Gewicht: etwa 1 000 Euro für den Anwalt, der ein Gesamtpaket liefere, und nochmals bis zu 1 000 Euro für den Notar.

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