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15.01.2008 
Steuerparadiese

Geld statt Öl

Bahrain, Kuwait, Labuan, Macao: Auch die zweite Reihe asiatischer Steuerparadiese ist einen Blick wert.

Bahrain: Die Werbetafel am Ende der Brücke, die das saudi-arabische Festland mit dem Inselstaat Bahrain verbindet, spricht für sich: "Hier beginnt der Spaß." Bahrain präsentiert sich als weltoffenes Land und will auf diese Weise Investoren anlocken. Der Grund für dieses Standortmarketing: Die Ölquellen drohen im Jahr 2015 zu versiegen. Bis dahin ist es nicht mehr weit, folglich muss die Abhängigkeit vom Öl zügig sinken.

Die Herrscherfamilie deklarierte drum die Finanzbranche zur neuen Säule des Wohlstands: Inzwischen wird bereits ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts mit anderer Leute Geld erwirtschaftet, nur noch ein Zehntel fließt aus dem Ölgeschäft. Die steuerlichen Bedingungen für Finanzdienstleister und ihre Mitarbeiter sind kaum zu schlagen: Bahrain existiert ohne Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer gilt nur für Ölfirmen. Da dürften die im Sommer eingeführten einprozentigen Sozialabgaben zu verschmerzen sein.



Kuwait: Steuerfreiheit genießen Privatleute auch dort, allerdings sind Aufenthaltsgenehmigungen schwer zu bekommen. Im vergangenen Jahr hat der Golfstaat eine Gewinnsteuer für alle Unternehmen beschlossen. Steuersatz: ein Prozent.

Labuan: Die frühere Pirateninsel, die vor der Küste Borneos liegt und zu Malaysia gehört, ist eines der am schnellsten wachsenden Offshore-Zentren der Welt. Seit 2002 ist die Zahl der im "International Financial Offshore Center" gemeldeten Unternehmen von 486 auf mehr als 5 500 gestiegen. Ausländische Offshore-Gesellschaften genießen erhebliche Privilegien, für andere Unternehmen und Privatleute ist die Insel weniger paradiesisch: Die Körperschaftsteuer liegt bei 26 Prozent, die Einkommensteuer hat einen Spitzensatz von 28 Prozent.

Macao: Der ehemalige portugiesische Handelsstützpunkt gehört wie das 70 Kilometer entfernte Hongkong inzwischen zu China. Bis 2049 ist dem Spielerparadies ein hohes Maß an Autonomie garantiert - dazu gehört auch das Recht auf ein eigenes Steuersystem. Derzeit beträgt der Spitzensteuersatz 15 Prozent. Für Geldwäscher und Steuerbetrüger wird das Klima im Paradies rauer: Neue Regeln zwängen die Banken endlich, "die Identität ihrer Kunden zu prüfen", lobte die OECD im Oktober.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 1/2, 07.01.2008

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