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18.02.2008 
Razzien in München und Frankfurt

Steuerfahnder durchsuchen Privatbanken

Razzien gegen Steuersünder in ganz Deutschland: Von Hamburg bis München sind am Montag Privatwohnungen und Geschäftsräume gefilzt worden. Auch die ersten Geldhäuser bekamen Besuch von den Ermittlern. Staatsanwaltschaft und Steuerfahnder haben mehrere Standorte zweier Privatbanken durchsucht.

Auf Beutezug in Sachen Beweissicherung: Die Steurfahnder schlugen am Montag unter anderem in Köln, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und München zu. Illustration: Handelsblatt/dpa

Auf Beutezug in Sachen Beweissicherung: Die Steurfahnder schlugen am Montag unter anderem in Köln, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und München zu. Illustration: Handelsblatt/dpa

HB/ke MÜNCHEN. Ein Sprecher der Privatbank Metzler bestätigte dem Handelsblatt die Durchsuchung einer Filiale am Münchener Odeonsplatz, des Metzler-Hauses an der Großen Gallusstraße sowie eines weiteren Standorts an der Gerbermühlstraße am Hauptsitz in Frankfurt am Main. Nähere Details wollte er nicht nennen. Ob die Bank dabei Beschuldigter oder Zeuge sei, kommentierte er nicht.

Auch die Privatbank Hauck & Aufhäuser erhielt Besuch von den Ermittlern. Die Münchner Niederlassung der Frankfurter Privatbank wurde durchsucht, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. "Wir hatten heute Besuch", sagte sie und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Mit einer bundesweiten Großrazzia waren Fahnder am Montag gegen mutmaßliche Steuerbetrüger vorgegangen. Von Hamburg über Köln bis München wurden Wohnhäuser und Geschäftsräume durchsucht, wie Sprecher von Polizei, Finanzbehörden und Staatsanwaltschaft bestätigten.

Das harte Durchgreifen der Steuerfahnder scheint die Betroffenen wachzurütteln. Um einer möglichen Haftstrafe zu entgehen, greifen viele Steuersünder nun zu dem Mittel, das Bundesfinanzminister Peer Steinbrück vergangene Woche selbst vorgeschlagen hat: Selbstanzeige.


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Die Hamburger Finanzbehörde berichtet von vier Selbstanzeigen. "Es rappelt jetzt mit Selbstanzeigen", hieß es bei den Strafverfolgern. Die Anwälte der Betroffenen legten offenbar Sonderschichten ein. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die ersten prominenten Namen bekannt würden. Es gehe quer durch alle Schichten.

Wegen der Affäre um aufgedeckte Schwarzgeld-Depots in Liechtenstein wuchs zugleich der Druck auf das Fürstentum, Schlupflöcher zu stopfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, sie werde den Skandal beim Besuch des liechtensteinischen Ministerpräsidenten Otmar Hasler offiziell zur Sprache bringen. Die Union und die Steuergewerkschaft verlangten, Liechtenstein dürfe nicht länger Fluchtburg sein. Der Botschafter des Landes wies die Vorwürfe zurück.

Die Regierung verteidigte den vier Millionen Euro teuren Ankauf einer Daten-CD mit Hilfe des Bundesnachrichtendienstes. Der Sprecher von Finanzminister Steinbrück, Torsten Albig, wies Vorwürfe zurück, wonach staatliche Behörden offensichtlich rechtswidrig erlangte, geheime Bankdaten aus einer dubiosen Quelle angekauft hätten.

Darin sei kein rechtliches oder moralisches Problem zu erkennen, sagte er und verwies auf hunderte Millionen Euro, die dem Fiskus nun an Nachzahlungen zufließen dürften. Die Daten seien nach allen vorliegenden Erkenntnissen echt und es bestehe aus Sicht der Behörden kein Zweifel, dass sie auch in einem Strafverfahren als Beweis genutzt werden dürften. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck und Bundesfinanzminister Steinbrück forderten reguläre Gerichtsverfahren gegen die Steuerbetrüger und keine Deals, wie sie häufig gemacht werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Fraglich ist, ob die Täter noch mit Selbstanzeigen durchkommen

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