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22.02.2008 
Möglicher weiterer Informant in Rostock inhaftiert

Justiz hofft auf neue Steuersünder-Daten

Der größte Steuerskandal in der deutschen Geschichte könnte weitaus größere Ausmaße annehmen als bislang bekannt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock bestätigte "Focus Online", ein inhaftierter Erpresser verfüge über mindestens 725 Datensätze deutscher Kunden der Liechtensteinischen Landesbank LLB.

HB MÜNCHEN. "Wenn der Beschuldigte schlau ist, bietet er uns die Daten an, um seine Strafe zu mildern", sagte Staatsanwalt Peter Lückemann dem Internetdienst. "Wir dürften die Daten verwenden und würden sie an die Finanzbehörden weitergeben." Es sei nicht auszuschließen, dass der in Rostock inhaftierte mögliche Informant sogar über 1 600 weitere Datensätze verfüge.

Die LLB hat mit dem bisherigen Steuerskandal nichts zu tun. Sie ist nach der LGT die zweitgrößte Bank im Fürstentum Liechtenstein. Bei der LLB wurden laut "Focus Online" im Jahr 2003 sensible Daten von einem Mitarbeiter gestohlen, der damit seinen Arbeitgeber erpresste. Unter dem Diebesgut hätten sich 2 325 Konteninformationen deutscher Kunden der LLB befunden. Der in Rostock Inhaftierte sei ein mutmaßlicher Komplize des Liechtensteiner Erpressers.


» Gewusst wie: Die steuerliche Selbstanzeige


Sollten die Ermittler die Datei von den Beschuldigten bekommen, würden steuerstrafrechtliche Vorermittlungen eingeleitet, sagte Oberstaatsanwalt Lückemann der "Süddeutschen Zeitung". Deren Bericht zufolge wurden bereits vor sechs Jahren von einem Angestellten der Liechtensteiner Landesbank die Daten von mehr als 2 000 Konten kopiert, auf denen er Schwarzgeld vermutete. Ähnlich wie bei der Fürstenbank sollen die Kunden insgesamt ein Vermögen in Milliardenhöhe angelegt haben. Als der untreue Angestellte das Geldinstitut erpressen wollte, sei er gefasst und verurteilt worden. Seine Liste aber sei an deutsche Kriminelle gelangt, die die Landesbank erpresst haben sollen.


» Link: Focus Online zur Deutsch-Liechtensteiner Steueraffäre


Lesen Sie weiter auf Seite 2: Männer sollen 11,5 Millionen Schweizer Franken kassiert haben

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