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20.03.2008 
Steueraffäre

Die Ruhe vor dem zweiten Sturm

von Jan Keuchel

Die Behörden ermitteln weiter in Sachen Liechtensteiner Steueraffäre - wenn auch im Verborgenen. Im Visier der Fahnder sind zunehmend die so genannten aktiven Stiftungen. Die Sünder müssen bangen.

Ortseingangsschild eines Steuerparadieses: Vaduz in Liechtenstein. Foto: ReutersLupe

Ortseingangsschild eines Steuerparadieses: Vaduz in Liechtenstein. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. Ruhiger geworden ist es um den Liechtenstein-Komplex. Zumindest medientechnisch. Nach den ersten, fast hysterischen Wochen, in denen die Schlagzeilen um enttarnte deutsche Steuersünder die Republik überfluteten, plätschert der Nachrichtenfluss nur noch müde vor sich hin.

Doch jetzt könnt sich die Affäre auf die Schweiz ausdehnen. Ein Unbekannter hat den Steuerbehörden Datensätze über 30 000 Schweizer Bankkonten zum Kauf angeboten. Das bestätigte der baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus den "Stuttgarter Nachrichten". "Man weiß aber nicht, ob die Sache seriös ist", sagte der CDU-Politiker. Also ein Trittbrettfahrer? Vielleicht. Experten sind sich jedoch einig, dass die Schweiz lange Zeit bei Deutschen eine ähnlich beliebte Steuerfluchtburg wie Liechtenstein war.

Glaubt man den Ermittlerkreisen, die bislang viel Wahres und wenig Falsches verbreitet haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Sache wieder Fahrt gewinnt. Es herrsche keineswegs Stillstand, "wir waren in den letzten Tagen wieder unterwegs", sagte Hans Krück, -Ulrich Leitender Oberstaatsanwalt in Bochum, dem Handelsblatt. Nur schaffe man es mittlerweile, alles eine Spur lautloser zu machen.

Zahl der Selbstanzeigen steigt täglich

"Zurzeit arbeiten alle intensiv ihre Fälle ab", berichtet ein Steuerfahnder. Meldungen, wonach bis Ostern zunächst keine Aktionen mehr laufen sollen, verweisen die Verfolger ins Reich der Fabeln. Einzeldurchsuchungen gebe es immer wieder. "Wenn alle Voraussetzungen für einen Durchsuchungsbeschluss vorliegen, wird der natürlich auch vollstreckt", heißt es.

Bei der Bochumer Staatsanwaltschaft wächst die Zahl der Selbstanzeigen täglich. "Derzeit sind es über 150", sagte Oberstaatsanwalt Krück. In Bochum stellt man sich allerdings auf den Standpunkt, dass viele der Anzeigen zu spät gekommen sind, um noch strafbefreiend zu wirken. Insofern komme nur eine Strafmilderung in Betracht - denn mit einer Selbstanzeige kann sich nur derjenige retten, der noch nicht ins Visier der Fahnder geraten ist.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch Politiker unter den Tatverdächtigen?

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