Technische Daten können sich sehen lassen
Mit seiner theoretischen Reichweite von bis zu 50 Kilometern und einer Datentransferrate von maximal 108 Megabit pro Sekunde übertrifft Wimax alle anderen drahtlosen Internetstandards, wie die in Hotspots gebräuchliche WLAN oder das von den Mobilfunkbetreibern eingesetzte UMTS.
Allerdings sind diese Spitzenwerte nur theoretisch verfügbar. Die Bandbreite müssen sich alle Nutzer einer Funkzelle teilen. Außerdem wird die Ausbreitung der Funkwellen meistens durch Gebäude behindert.
"Realistisch sind Übertragungsraten von zwei bis sechs Megabit pro Sekunde sowie sechs bis zehn Kilometer Reichweite", erklärt Jan Wittek, Telekomexperte bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney.
Den Leid gewohnten Pankowern reicht das völlig aus. "Im ersten Monat haben wir 500 Aufträge bekommen", sagt Netzwerkexperte Bausenhardt. "Ein Drittel haben wir schon angeschlossen." Die erste Basisstation für ungefähr 100 000 Euro steht auf dem Pankower Rathausturm, die nächste soll im Stadtteil Karow errichtet werden. Maxxtelekom kalkuliert mit einem Geschäftspotenzial von 70 000 Haushalten und 4000 Firmen allein in dem Nordberliner Stadtbezirk Das Engagement von Maxxtelekom soll nicht auf Ostberlin beschränkt bleiben. Die Muttergesellschaft Deutsche Breitband Dienste (DBD) will Wimax bundesweit als Alternative zu DSL einsetzen. "In den kommenden 12 bis 18 Monaten werden wir Maxxtelekom in 40 Großstädten einführen und so viele Netze aufbauen, dass wir damit zwei Millionen Haushalte versorgen können", kündigt DBD-Geschäftsführer Fabio Zoffi an.
Weitere Lizenzen werden vergeben
Der 37-jährige Venezianer sicherte sich bereits 2002 die dafür notwendigen Funkfrequenzen aus der Konkursmasse des insolventen Funknetzanbieters Star 21. Mit den Frequenzen, die ungefähr 25 Prozent von Deutschland abdecken, könnte Zoffi zum größten Wimax-Betreiber in Deutschland aufsteigen.
Erst im Lauf dieses Jahres werden weitere Lizenzen vergeben. Kurz vor Weihnachten startete die Bundesnetzagentur das erste Vergabeverfahren für Frequenzen im Wimax-tauglichen Bereich von 3,5 Gigahertz, das noch bis Ende Februar läuft. Ein Bietergefecht wie bei der UMTS-Auktion im Sommer 2000 erwarten Experten nicht. Denn erstmals können die Telefongesellschaften selbst entscheiden, in welcher Region sie Wimax einsetzen wollen. Falls es in einem Gebiet mehr Bewerber als Lizenzen gibt, sollen sie einvernehmliche Lösungen finden. Nur wenn die Antragsteller sich nicht einigen können, entscheidet eine Versteigerung.
Auf diese Weise hält der Präsident der Bonner Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, die Lizenzkosten extrem niedrig. "Bei einer zugeteilten Bandbreite von 14 Megahertz und einer Fläche des Versorgungsgebietes von beispielsweise 100 Quadratkilometern beträgt die Zuteilungsgebühr 2000 Euro", rechnet Kurth vor.
Die beiden größten deutschen Festnetzbetreiber, T
-Com und Arcor, wollen allerdings erst noch die Ergebnisse ihre Pilotprojekte in Kaiserslautern und im Großraum Bonn abwarten. Für Anbieter wie Kabel Baden-Württemberg und einige regionale Telekomgesellschaften sind allerdings auch Frequenzen in ihrem Verbreitungsgebiet interessant. "Das Problem ist, dass die Wimax-Anbieter nie sicher sein können, ob die Telekom
ein Gebiet tatsächlich erst 2008 mit DSL versorgen wird", sagt Thorsten Wichmann vom Berliner Marktforscher Berlecon.
Die Kunden müssten dann weiter auf das schnelle Internet warten.


