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HANDELSBLATT, Donnerstag, 30. August 2007, 07:15 Uhr
Internationale Funkausstellung

TV auf allen Kanälen


Neuheiten sind auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin in diesem Jahr Mangelware. Dafür dominiert ein Versprechen aus der Vergangenheit die Messe unter dem Funkturm: Fernsehen über das Internetprotokoll, im Fachjargon auch IP-TV genannt. Treiber dieser Entwicklung will vor allem die Deutsche Telekom sein.


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Telekom-Chef Rene Obermann auf Pressekonferenz seines Unternehmens zur Internationalen Funkausstellung 2007. Foto: dpa
Bild vergrößernTelekom-Chef Rene Obermann auf Pressekonferenz seines Unternehmens zur Internationalen Funkausstellung 2007. Foto: dpa

BERLIN. Gestern nutzte der Bonner Konzern die Berliner Bühne, um die Werbetrommel für sein Angebot zu rühren. Dabei bezeichnete Telekom-Festnetzchef Timotheus Höttges das Fernsehen als die entscheidende Wette im Breitbandgeschäft: „Wir gehen davon aus, dass das langfristig ein Millionengeschäft wird.“ Auch Telekom-Chef René Obermann pries die Medienzukunft an. „IP-TV ist marktreif“, sagte er.

Die Telekom verfolgt damit wieder einmal hochfliegende Pläne. Bis zum Jahresende will der Konzern bis zu 200 000 Fernsehkunden gewinnen. Das ist gemessen an der Reichweite des Angebots nicht sehr ambitioniert: Rund 17 Millionen aller deutschen Haushalte sollen bis Jahresende die nötigen technischen Voraussetzungen erhalten, Telekom-TV zu schauen.

DT.TELEKOM AG NA
Chart: DT.TELEKOM AG NA
Analystenmeinung

Bislang hat der Bonner Konzern mit IP-TV enttäuschende Erfahrungen gemacht. Seit dem Start im vergangenen Oktober haben nur wenige Nutzer sich für das Angebot entschieden. Nicht einmal genaue Zahlen will der Konzern nennen. Festnetzchef Höttges sagte nur, dass die Kundenzahl „fünfstellig“ sei. Grund für den verpatzten Start war unter anderem ein regulatorischer Streit. Obermanns Vorgänger Kai-Uwe Ricke wollte das Fernsehen als Vehikel nutzen, um Kunden für ein neues, superschnelles Breitbandnetz (VDSL) zu gewinnen. Die Telekom kaufte exklusive Inhalte wie die Live-Übertragung der Fußball-Bundesliga und bot sie ausschließlich auf ihrem neuen VDSL-Netz an.

Doch das Kalkül ging nicht auf. Zunächst verzögerten technische Probleme die Markteinführung; zudem lagen die Preise für VDSL weit über denen der Wettbewerber, ohne dass das Netz einen nennenswerten Mehrwert bot. Schließlich hat sich der Konzern auch noch in einen Streit über die Regulierung verbissen. Die Folge: Die Telekom verzögerte den Ausbau ihres Highspeed-Netzes. Mittlerweile liegt VDSL in 27 deutschen Städten, Ende kommenden Jahres sollen es 50 sein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Obermann hat die Notbremse gezogen


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