Die Tiere an den Quellen aber sind putzmunter, viele haben sogar Kalkgehäuse. „Offenbar haben sich einige Schalentiere perfekt auf die Bedingungen eingestellt. Vermutlich bauen sie bestimmte organische Substanzen in ihre Kalkschichten ein, die davor schützen, dass sich das Karbonat in saurer Umgebung löst“, glaubt die Biologin. „Wahrscheinlich hat sich auch ihr Blut angepasst, damit es trotz des hohen Kohlendioxid-Gehalts weiter Sauerstoff transportiert.“
Ein paar Hundert Meter weiter ist alles Leben verschwunden, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Wohnhöhlen, keine Kriechspuren. Das Kohlendioxid hat sich im Bodenwasser gelöst, welches dadurch schwerer wird, absinkt und sich über dem Grund verbreitet. Hier stoßen selbst die Kohlendioxid-Spezialisten im Meer an ihre Grenzen.
Auch an einem menschengemachten Bodenspeicher würden sicher nach gewisser Zeit Leckagen entstehen, aus denen Kohlendioxid austritt – ohne die lebenspendenden Gase Methan und Schwefelwasserstoff. „Hier wird es dann wohl nur Todeszonen geben, ohne Oasen im Zentrum.“
Einen gewissen Schutz könnte tonhaltiger Meeresboden bieten, fanden Geochemiker um Matthias Haeckel vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften heraus: Wenn Tonminerale in Kontakt mit Kohlendioxid verwittern, reagieren freiwerdende Minerale mit Kohlendioxid zu harmlosem Karbonat. Der Rest ist ebenso unschädliches Silikat, also Sand.
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