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HANDELSBLATT, Donnerstag, 20. März 2008, 23:08 Uhr
Darüber spricht das Netz

Flickr startet Video-Dienst

Von Jens Schröder

Nach jahrelanger Wartezeit will die populäre Fotocommunity Flickr nun auch Videofans locken. Ab April können Nutzer ihre Filmchen auf die Plattform laden. Natürlich sorgen auch die Berichte über ein iTunes-Abo-Modell in den internationalen Blogs für Schlagzeilen – ebenso wie ein kanadischer Fernsehsender, der eine seiner Shows über Peer-2-Peer-Netze verteilt. „Darüber spricht das Netz“ – jeden Freitag bei „Handelsblatt.com“.



Flickr wird auch für Videofans interessant.
Bild vergrößernFlickr wird auch für Videofans interessant.

Lang hat’s gedauert, doch nun soll es endlich so weit sein: Nutzer der weltweit erfolgreichen Foto-Community Flickr können in Kürze auch Videos hochladen. Nach übereinstimmenden Berichten einiger Blogs und Technik-Infodienste soll das Video-Feature noch im April an den Start gehen. Die lange Verzögerung – erste Gerüchte gab es schon 2005 - könne damit zu tun haben, dass das Flickr-Management ausführlich diskutiert hat, wie man sich vom Platzhirschen YouTube absetzen könne. Laut „TechCrunch“ soll es schon bald eine Mitteilung von Flickr geben, in denen die Details bekannt gegeben werden. Zwar kommt Flickr mit seiner Video-Funktion spät, doch sicher nicht zu spät. Die Foto-Community hat laut eigenen Angaben inzwischen weit über 20 Millionen teilweise sehr treue Nutzer, von denen sich ein großer Teil auch darüber freuen dürfte, für Videos keinen anderen Dienst mehr nutzen zu müssen. Absetzen könnte sich Flickr etwa mit einer besseren Videoqualität und dem Verzicht auf Beschränkungen, was die Länge der Videos betrifft. Zudem wird man sicher darauf achten, dass möglichst nur selbst produzierte Videos hochgeladen werden und keine Musikvideos, Werbespots, TV-Ausschnitte und andere Clips, für die YouTube bekannt geworden ist. In Kürze werden wir mehr wissen.

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Für viel Aufsehen sorgt derzeit die Meldung, dass Apple über ein Abo-Modell für seinen Musikdownloadshop iTunes nachdenke (Handelsblatt.com berichtete). Zwar stieß die Meldung auch auf skeptische Stimmen, schließlich wären die Downloads weiterhin an den Käufer und sein Gerät gebunden und könnten nicht frei und überall verwendet werden, doch insgesamt überwiegt positive Resonanz. So sei das geplante Modell, bei dem iPhone- oder iPod-Käufer für einen Aufpreis von 20 Dollar so viel Musik auf ihr Gerät laden könnten, wie sie wollen, für viele Käufer genau das richtige. Sie könnten dann jederzeit mit ihrem iPhone oder mit ihrem WLAN-fähigen iPod Touch Musik herunterladen, ohne an weitere Kosten zu denken – komfortabler geht es kaum. Noch können die Apple-Pläne aber an der Musikindustrie scheitern. Dem Vernehmen nach sind den Majors die 20 Dollar zu wenig, um ihre Musikarchive zur Verfügung zu stellen. Sie denken eher an Gebühren wie die 80 Dollar, für die der ähnliche Dienst „Comes with Music“ von Nokia an den Mann gebracht wird. Doch selbst dort ist mit Universal bisher nur einer der Majors an Bord. Zudem gibt es auch viele offene Fragen bei solchen Abo-Modellen: Wer bekommt wie viel, wenn für 20 Dollar Tausende Musikstücke herunterladen werden können? Und bekommen die Künstler dann noch weniger Geld als jetzt? Wie so oft, wenn es um die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen in der Musikbranche geht, wird es wohl also noch eine Weile dauern, bis sie auch vernünftig umgesetzt werden.

Internet-Links

Völlig neue Wege geht der große kanadische Fernsehsender CBC. Ab dem 24. März stellt der Sender die jeweils aktuelle Episode seiner großen Castingshow „Canada’s next Great Prime Minister“ per P2P-Software BitTorrent zur Verfügung. In der Show wird nicht etwa ein tatsächlicher Premierminister für Kanada gesucht, aber immerhin ein Mensch, der mit frischen Ideen das Land voranbringen will. Die so ins Netz gestellten Folgen sind zudem vollkommen DRM-frei und selbstverständlich kostenlos. CBC begründet den Weg damit, man wolle die Show möglichst vielen Kanadiern zugänglich machen. Die Kandier gehören damit weltweit zu den Pionieren, selbst in den USA ist bislang kein Sender so weit gegangen, P2P-Netze für die Distribution eigener Shows und Serien zu nutzen.

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