Im Online-Tagesspiegel kommentierte ein Leser trocken: „Wer sich allzu lange mit den Dummheiten des WWW befasst (so wie Herr Huber), hat weniger Zeit, die guten Seiten des Internet zu entdecken.“ Touché! Das Internet des Herrn Huber hätte ich auch nicht gerne auf meinem Rechner, aber zum Glück existiert es ja nur auf seinem.
In meinem Internet finden sich hingegen wunderhübsche kleine Informationsperlen, wie beispielsweise » Handlungsreisen.de, ein digitaler Atlas, auf dem der Hamburger Geograph Jens Nommel Literatur mit den Orten ihrer Handlung verknüpfen lässt. Ein kleines Amateur-Projekt, das mit wenig Geld und viel Liebe ins Netz gepflanzt wurde. Bisher treffen sich dort zwar erst ein paar Hundert Reise- und Bücherfreunde, die miteinander literarisches „Raumwissen“ teilen, wie Nommel es nennt. Als „Energieverschwendung“ dürfte dieses kleine Clübchen seine Online-Zeit jedoch kaum begreifen.
Auf die Frage nach seiner Motivation antwortet Jens Nommel knapp: „Bisher gab es so etwas nicht.“ Amateure sind es eben, die an allen Ecken und Enden des Netzes kleine Liebhabereien heranzüchten und so den Möglichkeitsraum mit Wirklichkeit füllen. In meinem Internet wimmelt es nur so vor Amateuren, die Müll- und Hass-Seiten überlasse ich den Kulturpessimisten. Die scheinen so was ja zu mögen.

