Einen Umschwung wird das Jahr 2008 in Bezug auf den Klimawandel aber bringen: Bislang ging es überwiegend um Diagnose und nur in Ansätzen um Therapie. Dieses Verhältnis wird sich umkehren - mit spürbaren Konsequenzen für jedes Unternehmen und jeden Verbraucher. Der Klimaschutz erreicht im nächsten Jahr den Alltag.
Bereits im Januar wird man einen ersten Vorgeschmack bekommen. Gegen Ende des Monats will die EU-Kommission ihre Pläne für den Emissionshandel nach dem Jahr 2012 skizzieren. Sicher ist bereits jetzt, dass auch Airlines künftig Verschmutzungsrechte erwerben müssen - und die wird es nicht wieder zum Nulltarif geben.
Doch das Thema Klimaschutz erreicht 2008 auch jeden Haushalt. Anfang Dezember hat das Bundeskabinett den ersten Teil seines Klima- und Energiepakets verabschiedet; im Frühjahr folgt die zweite Hälfte. Im neuen Jahr werden die ersten Bestandteile des Pakets ihre Wirkung entfalten. Langfristig sollen sie dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 im Vergleich zu 1990 um bis zu 40 Prozent zu senken. Bauherren müssen ihre Häuser besser dämmen und ihren Neubau zu einem gewissen Anteil mit regenerativen Energien beheizen. Dem Markt für Wärmepumpen, solarthermische Anlagen und Holzpellet-Kessel dürfte das gehörigen Auftrieb bescheren.
Das Klima- und Energiepaket umfasst noch viel mehr - unter anderem eine stärker kohlendioxidabhängige KFZ-Steuer, Änderungen bei der LKW-Maut und die Förderung der Kraft-Wärmekopplung. Für das kommende Jahr zeichnet sich also ab: Die Zeit der dramatischen Appelle geht vorüber, es beginnt die Phase des Handelns. Jeder Einzelne wird das zu spüren bekommen.

