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13.07.2007 
Brennstoffzellen

Kleine Kraftwerke für den Bauernhof

von Berward Janzing

Strom aus Biogas lässt sich in Brennstoffzellen erzeugen – wenn sie robuster werden. Denn je robuster jedoch die Technik wird, umso geringer sind die Anforderungen an den Brennstoff. Dann kann die Brennstoffzelle ihren Umweltvorteil voll ausspielen.

Biosgas kann auch von Brennstoffzellen verwertet werden. Foto: dpaLupe

Biosgas kann auch von Brennstoffzellen verwertet werden. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Biogas vom Bauernhof wird üblicherweise verbrannt und die Energie per Generator in Strom umgewandelt. Doch Biogas kann auch direkt in Brennstoffzellen Elektrizität erzeugen. Der Rohstoff, geschöpft aus erneuerbaren Energiequellen, ist ein klimaneutraler Energieträger. Weil die Vergärung von Biomasse zu Biogas eine sehr effiziente Nutzung erneuerbarer Energien darstellt, liegt nun die Konsequenz nahe: Die biogastaugliche Brennstoffzelle muss her. Wissenschaftler arbeiten daran.

Die Energieumwandlung nicht von einem Verbrennungsmotor, sondern in einer Brennstoffzelle erledigen zu lassen, hat zwei Vorteile: Erstens ist der Prozess sauberer als die beste Verbrennung. Und zweitens kann die Brennstoffzelle einen höheren elektrischen Wirkungsgrad erreichen.

Aber Brennstoffzellen haben – zumindest bislang – auch einen Nachteil: Sie stellen oft höhere Anforderungen an die Gasqualität als die Verbrennungsmaschinen. Das Problem: Die Membran der Brennstoffzelle kann durch Verunreinigungen des Gases zerstört werden. Das gilt zumindest im Hinblick auf bestimmte Stoffe. Je robuster jedoch die Technik wird, umso geringer sind die Anforderungen an den Brennstoff. Dann kann die Brennstoffzelle ihren Umweltvorteil voll ausspielen.

Mit dieser Entwicklung erreicht die Forschung eine neue Phase. Lange Zeit experimentierten Wissenschaftler mit Wasserstoff oder Methanol in Reinstform. Sie konzentrierten ihre Bemühungen auf die Funktion der Brennstoffzelle, nicht auf die Qualität der Gase. Je mehr sich die Technik nun aber der praktischen Anwendung nähert, umso mehr ist die Forschung gezwungen, auch die real existierenden Gasqualitäten zu berücksichtigen. Denn Klärgase, Deponiegase oder Biogase sind eine attraktive Energiequelle. Aber nur wenn der Aufwand der Gasaufbereitung im Rahmen bleibt, werden sich Biogas-Brennstoffzellen durchsetzen können.

Allerdings entstehen Fortschritte in diesem Bereich oft nur durch Experimentieren. Theoretische Erkenntnisse darüber, welche Spurengase in welcher Konzentration welchen Typ von Brennstoffzelle schädigen können, gibt es nur sehr unzureichend. Man setzt also den Brennstoffen gezielt Stoffe wie Silizium, Chlor und Schwefel zu, um die Reaktionen der Zellen zu testen.

Bei den Hochtemperaturzellen ist man bereits recht weit. Diese Zellen – zum Beispiel die Schmelzkarbonatzelle (MCFC) und die Festoxidbrennstoffzelle (SOFC) – sind tendenziell unempfindlicher gegen Störstoffe als Niedertemperaturzellen. Deren bekannteste Variante ist die Protonen-Exchange-Membran-Zelle (PEMFC).

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Gesetzgeber hat in Deutschland den Biogaseinsatz auch für Brennstoffzellen finanziell attraktiv gemacht.

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