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HANDELSBLATT, Mittwoch, 23. April 2008, 14:07 Uhr
Energiewirtschaft

Energietechnik fordert Ausbau der Stromnetze

Von Wolfgang Gillmann

Die deutsche Energiewirtschaft fordert für den geplanten starken Ausbau der Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien auch einen Ausbau der Stromnetze. „Das Netz ist nicht alles, aber ohne das Netz ist alles nichts“, sagte der Vorsitzende des Fachverbandes Energietechnik im Branchenverband ZVEI und gleichzeitig Vorstand von ABB, Joachim Schneider, in Hannover.


HANNOVER. Für den Transport von bis zu 20 000 Megawatt Windstrom, der auf dem Meer erzeugt werde, brauche man einen innovativen Netzausbau. „Für die Einbindung der Windenergie müssen 850 Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden“, sagte Schneider. Dies entspreche dem Ausbau des deutschen Stromnetzes um einen einstelligen Prozentsatz und würde etwa eine Mrd. Euro kosten. Bisher beschränkten sich Investitionen vor allem auf Ersatzinvestitionen. Der Ausbau des Netzes fehle.

2007 sind bei der deutschen Energietechnik-Industrie die Bestellungen aus dem Ausland wesentlich stärker gewachsen als die aus dem Inland. Die Aufträge aus dem Ausland haben sich um 23,9 Prozent erhöht, die Auftragseingänge aus dem Inland um 9,3 Prozent. Dies sei kein Grund zum Jammern, sagte Schneider, zeige aber, dass der Netzausbau im Inland bei weitem noch nicht in Gang gekommen sei. Der Umsatz der Branche stieg um 12,2 Prozent auf 12,8 Mrd. Euro.

Um den Stromverbrauch in den Haushalten zu senken, fordert der Verband die Einführung einer monatlichen Stromrechnung. Dies werde zur Einführung intelligenter Stromzähler führen. „Der Einsatz intelligenter Haushaltszähler schafft Transparenz. Die Kunden erhalten ein Instrument, ihre Einsparpotenziale zu erschließen“, sagte Herbert Brunner, Stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes Energietechnik und Geschäftsführer von Landis + Gyr. Die Haushalte könnten so ihre aktuellen Verbrauchswerte ablesen, was ihnen die freie Wahl des Energielieferanten erleichtere.

Zwar kosten die intelligenten Zähler etwa das Doppelte herkömmlicher Geräte, wozu noch die Kosten für Leitungen und die Installation kommen. Eine Studie habe aber gezeigt, dass der Stromverbrauch mit diesen Zählern bis 2010 um 6,5 Prozent gesenkt werden könne.


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