Neben großen Rechenzentren von IT-Dienstleistern wie IBM, HP oder EDS gehören die Datencenter der Telekommunikationsindustrie zu den größten Energiefressern. Spätestens seit dem Erfolg der Websuchmaschine Google ist auch das Internet überproportional am Boom der Rechenzentren beteiligt. Dabei gilt Google selber als einer der größten Umweltsünder. Das Unternehmen betreibt weltweit zigtausende Server – die genaue Zahl wird geheim gehalten – alle auf Basis einfacher normaler PC-Systeme, jeder mit eigenem Prozessor und Festplatten, übereinander gestapelt in riesigen Schränken. Google soll bereits in seinem neuen Firmencampus in The Dalles, Oregon, an einer neuen Serverfarm von gewaltigem Ausmaß arbeiten, berichtet das Web-Magazin Wired. The Dalles sei nur gewählt worden, weil ein riesiger Staudamm billige Energie und Kühlwasser im Überfluß liefere. Früher wurde hier Aluminium erzeugt.
Aber Konkurrenten wie Yahoo oder Microsoft holen auf und bauen neue, riesige Datencenter. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht; neue Trends wie „Software as a Service“ (Internet-Mietsoftware) erfordern immer mehr Speicher- und Rechenkapazitäten, um die anfallenden Datenmassen der Anwender zu verarbeiten. Das größte Datencenter Microsofts steht in Quincy, Washington. In der Endphase soll es 1,5 Mill. square feet Nutzfläche bereithalten.
Die IT-Industrie hat den Trend zum Öko-Server 2006 erkannt und beginnt, sparsamere Alternativen zu entwickeln. Ein großer Trend in den USA ist die Virtualisierung. Dabei teilen sich viele Anwender nur einen Großrechner. IBM hat etwa Mitte 2007 den Neubau eines 86 Mill. Dollar teuren „Green-IT“-Rechenzentrums in Boulder, Colorada, angekündigt, in dem ab Mitte 2008 auf zusätzlichen rund 7 500 qm Hochleistungsrechner für die Virtualisierung bereitstehen sollen. Insgesamt hat IBM angekündigt, im Projekt „Big Green“ eine Milliarde Dollar jährlich für die Steigerung der Energieeffizienz über alle Geschäftsbereiche auszugeben.
Energieversorger wie PG&E (Pacific Gas & Electric) im von ständiger Stromknappheit bedrohten Kalifornien geben mittlerweile Großkunden im Großraum San Francisco uns im Silicon Valley sogar finanzielle Zuschüsse, wenn sie veraltete, stromfressende Rechenzentren aufgeben und auf moderne, virtualisierte Rechner umstellen. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt und damit die Zeit der Blackouts. Und niemand will, dass es wieder so wird wie Anfang 2001: Da musste der damalige kalifornische Gouverneur Gray Davis den Energie-Notstand ausrufen. Fast 400 000 Menschen in Kalifornien waren im Rotationsverfahren von zeitweiligen Stromabschaltungen betroffen, die bis zu 90 Minuten andauerten. Besonders hart waren damals San Francisco, San Jose und Oakland betroffen, die Zentren der aufstrebenden Internet-Wirtschaft.
