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15.10.2007 

Sogenannte Vakuumröhren-Kollektoren, die über einen Brennglasspiegel Temperaturen bis zu 150 Grad erzeugen können, hat die Paradigma Energie- und Umwelttechnik GmbH in Karlsbad entwickelt: „Bislang haben wir unsere thermischen Solaranlagen nur bei Ein- und Zweifamilienhäusern abgesetzt“, sagt Marketingleiter Karlheinz Venter. „Aber seit Anfang dieses Jahres sind wir auch in der industriellen Prozesswärme aktiv.“ Das Interesse aus der Industrie ist so hoch, dass der Hersteller händeringend einen weiteren Planungsingenieur sucht. „Rund 30 Anlagen befinden sich derzeit bei uns in der Planungsphase“, berichtet Venter.

Darunter ist sogar die Warmwasseraufbereitung für eine Reinigungsanlage der New Yorker U-Bahn. „Wir bauen jetzt eine neue Vertriebsschiene speziell für Kunden aus der Industrie auf“, sagt Venter. „Solare Prozesswärme wird sich in Zukunft zu einer wesentlichen Säule des Unternehmens entwickeln.“

Zu den Kunden des Solartechnik-Herstellers gehört auch die Festo AG in Esslingen: Der Hersteller von Automatisierungstechnik will durch die Einbindung einer thermischen Solaranlage ins Wärmesystem jährlich 500 Megawattstunden konventionellen Strom sparen. „So können wir langfristig eine wirtschaftliche Energieversorgung leisten“, sagt Bernd Bruy, Leiter des Facility Managements bei Festo. „Als innovatives Unternehmen wollen wir zudem auch im Umweltschutz Maßstäbe setzen.“ Bei Festo soll künftig ein über 1 200 Quadratmeter großes Kollektorfeld für die Klimatisierung der Räume in Esslingen sorgen. Die bislang größte solare Klimaanlage Europas ist seit März im Bau.

Die Bereitschaft, solare Prozesswärme einzusetzen, steigt nach Angaben von Branchenexperten kontinuierlich. Denn der langfristige wirtschaftliche Nutzen spricht sich immer mehr herum: „Gerade mittelständische Unternehmen sind überraschend offen für die neue Technologie“, sagt der Grazer Forscher Christoph Brunner. Teilweise würden Geschäftsführer aus eigenen Stücken an die Forschungsgesellschaft herantreten mit genauen Vorstellungen darüber, wie sich die gesamte Prozesswärme eines Unternehmens mit Solartechnik erzeugen ließe. „Thermische Solarenergie wird nicht alles abdecken können“, sagt Christoph Brunner. „Aber sie wird künftig eine immer wichtigere Rolle in industriellen Prozessen spielen.“

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