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HANDELSBLATT, Montag, 22. Oktober 2007, 08:23 Uhr
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Der gebürtige Türke, mehrfach für seine Innovation ausgezeichnet, sieht vor allem im Süden gute Absatzchancen: "Aufgrund der klimatischen Bedingungen sind mediterrane Länder für uns interessant, aber auch Deutschland kann wegen seiner hohen Energiepreise zu einem wichtigen Markt werden."

In der Türkei hat Solitem bisher zwei Hotels mit Parabolrinnen ausgestattet. Zurzeit installiert das Unternehmen drei weitere Kollektorenfelder, eins davon in Nordrhein-Westfalen. Hohe Umsätze können die 30 Beschäftigten der Firma, die in Aachen entwickeln und in Ankara produzieren lässt, aber noch nicht erzielen - das Unternehmen ging erst Anfang 2006 mit seinen Parabolrinnen auf den Markt.

Auch die Menerga Apparatebau GmbH aus Mühlheim an der Ruhr erwirtschaftet noch keine hohen Erlöse mit solarer Kühlung: Zwar strebt der Klimagerätehersteller für das Jahr 2007 mit seinen europaweit etwa 450 Beschäftigten einen Umsatz von über 50 Mill. Euro an. Die Klimaanlage mit der Typenbezeichnung "72/73" hat daran aber nur geringen Anteil - 2008 will Geschäftsführer Jürgen Röben mit ihrem Verkauf etwa 800 000 Euro erzielen. Drei Geräte sind bisher im Einsatz, eines zum Beispiel in einem Logistikzentrum in Coburg. Vier weitere will Menerga demnächst ausliefern, nach einem werbewirksamen Namen suchen die Marketing-Leute noch. Geschäftsführer Röben sieht jedenfalls großes Marktpotential für solarthermisches Kühlen. Bislang kommen die Klimaanlagen ausschließlich in größeren Gebäuden zum Einsatz. "Für den privaten Häuslebauer ist das ganze noch nicht rentabel", sagt Menerga-Geschäftsführer Röben.

International Securities Exchange
Chart: International Securities Exchange

Hans Müller-Steinhagen will das ändern. Der Professor für Thermodynamik und Wärmetechnik hat an der Universität Stuttgart einen Prototypen entwickelt, mit dessen Kälteleistung von zehn Kilowatt sich ein Zweifamilienhaus klimatisieren lässt. Seine solarthermische Anlage zeichnet sich durch zwei Dinge aus: Sie speichert Kälte - auch bei vorübergehendem Fehlen von Solarwärme ist also Kühlung vorhanden. Und: "Sie verbraucht 90 Prozent weniger Strom als eine herkömmliche Kompressions-Kältemaschine." Allen interessierten Hausbesitzern macht Müller-Steinhagen Hoffnung. Er geht davon aus, dass der Prototyp im Jahr 2009 Marktreife erlangt. Bis dahin testet er die Anlage selbst: Sie kühlt fünf Büroräume an seinem Stuttgarter Lehrstuhl.


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