Die fortschreitende Zerstörung der Umwelt hat inzwischen ernste Folgen für die Gesundheit der Menschen. In manchen Städten haben Krankheiten wie Bronchitis, Lungenentzündungen und Lungenkrebs stark zugenommen. Zahlreiche Kinder sind an Bleivergiftungen erkrankt. Nach Untersuchungen der Weltbank führt die extreme Umweltverschmutzung jedes Jahr zu insgesamt 750 000 frühzeitigen Todesfällen.
Die massive Verschmutzung der Umwelt bedroht inzwischen auch die wirtschaftliche Entwicklung. Zwar gibt es keine genaue Zahlen, doch schätzen Experten, dass die Umweltzerstörung das Land jedes Jahr zwischen fünf und acht Prozent seiner Wirtschaftsleistung kostet.
Auch deshalb ist die Regierung fest entschlossen, das Problem anzugehen. Sie hat im vergangenen Jahr strenge Gesetze zum Schutz der Umwelt erlassen. Die Vorschriften für Industriebetriebe zum Ausstoß von Abgasen etwa gehören heute zu den schärfsten der Welt.
Das eröffnet deutschen Unternehmen ganz neue Chancen. So will China die installierte Leistung bei Windenergie von derzeit 2600 auf 30 000 Megawatt mehr als verzehnfachen. Die aktuelle Kapazität des Weltmarktführers Deutschland liegt bei 22 000 Megawatt. Vom potenziellen Milliardengeschäft mit der Windkraft will auch der deutsche Windkraftanlagenhersteller Nordex profitieren.
Als Nordex vor fast zehn Jahren mit einer kleinen China-Repräsentanz startete, lief das Geschäft nur schleppend. Inzwischen hat das Geschäft gewaltig angezogen. Grund ist ein neues Gesetz, das die chinesische Regierung im vergangenen Jahr verabschiedet hat. Demnach müssen alle Stromerzeuger ab 2010 mindestens fünf Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen produzieren. Nun beginnen die Unternehmen in größerem Stil bei Nordex zu bestellen. Im vergangenen Jahr konnte Nordex bereits 30 Windräder nach China verkaufen, in diesem Jahr werden es rund 80 sein. Um mit der steigenden Nachfrage mitzuhalten, errichtete Nordex im vergangenen Jahr vor Ort Fabrikationsstätten mit einer Jahreskapazität von 150 Anlagen. Die Mitarbeiterzahl stieg von 40 auf gut 300. Auch die Inge AG, ein Mittelständler aus dem bayrischen Greifenberg, sieht gute Chancen im China-Umweltgeschäft. Das Unternehmen hat sich auf Module und Membranen für Wasserfilter spezialisiert. Die Technologie setzen vor allem Stahl- und Chemiekonzernezur Wasseraufbereitung ein. Die Inge AG ist seit fast drei Jahren in China, im vergangenen Jahr konnte sie zehn Aufträge an Land ziehen. Ihr Umsatz in China wächst zweistellig und trägt einen immer größeren Teil zum Gesamtumsatz bei.
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