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12.03.2008 

Das Geschäftsmodell dürfte nicht nur bei Hausbesitzern auf Interesse stoßen. Denn bis zu vier Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind veraltet, schätzt Benedikt Mahr, der Präsident der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft. Dazu kommen nach einer Marktstudie des Instituts trend:research in Bremen rund 350 000 Großanlagen vor allem in Industrie, Kliniken und Kommunen. Allein Letztere könnten nach einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) jährlich 300 Millionen Euro bei der Energieversorgung einsparen, wenn sie sich per Contracting mit moderner Technik versorgen und beispielsweise marode Turnhallen sanieren würden. Im Winter ist es dort oft zu kalt, im Sommer zu heiß, weil sich die Heizungsanlage nicht regeln lässt.

Auch Jobst Klien sieht deshalb gute Perspektiven für das Contracting. Der Geschäftsführer des nach Übernahme von Vattenfalls Contracting-Tochter größten deutschen Contracting-Unternehmens Hochtief Energy Management in Essen steigt allerdings erst ab einem Auftragswert von 500 000 Euro ein – bei Großimmobilien etwa oder wenn es um die komplette Energie- und Wasserversorgung von Industrieunternehmen geht. „Unser Kerngeschäft ist die effektive Energienutzung“, sagt Georg Kürfgen, Sprecher der Geschäftsführung von Hochtief Energy Management, das mit 300 Mitarbeitern 90 Millionen Euro umsetzt. Und das, reklamiert er für sein Unternehmen, „können wir besser“.

Die Erneuerung komplexer Systeme bringt in den meisten Fällen die größten Energieeinsparungen – zweistellige Prozentsätze sind hier eher Regel als Ausnahme. Darauf setzt auch der Chemiebetrieb Dow in Stade. Der energieintensive Betrieb wurde ursprünglich vom örtlichen Kernkraftwerk mit Strom und Wärme versorgt. Seit der Stilllegung des Meilers im Jahr 2003 wird Dow von verschiedenen Lieferanten versorgt, darunter einem eigenen Kraftwerk. Jetzt soll eine große Lösung her, die den Brennstoffverbrauch und damit die Kosten und den Kohlendioxidausstoß deutlich reduziert. Dazu gehören ein Steinkohlekraftwerk mit einem Wirkungsgrad von etwa 46 Prozent sowie ein Erdgaskraftwerk mit nahezu 60 Prozent Wirkungsgrad. Unter anderem soll Wasserstoff verbrannt werden, der in der Chemiefabrik als Abfallprodukt entsteht. Das Konzept dafür erarbeitet Dow zusammen mit dem Karlsruher Energieversorger EnBW – dieser betrieb einst zusammen mit E.On das Kernkraftwerk Stade.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 08, 18.02.2008.

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