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28.04.2008 

Das Marktforschungsinstitut Trendresearch beziffert die Kosten für den Bau eines Kohlekraftwerks zur Zeit auf bis zu 1 700 Euro je Kilowatt (KW) Leistung. Gasanlagen kosten 500 Euro je KW. Hinzu kommen bei Gas in der Regel noch 300 bis 400 Euro je KW für langfristige Serviceverträge. Nach den Worten von RWE-Experte Schiffer sind die Brennstoffkosten bei Gas aber doppelt so hoch wie die bei Kohle. Auch gibt es bisher keine Pläne für ein Gaskraftwerk, das so groß ist wie Vattenfalls 1 600 Megawatt starke Anlage.

Die Stadtwerke Kiel haben jüngst vom Öko-Institut und der Beratungsgesellschaft Enerko aufgrund von Preisprognosen für die unterschiedlichen Energieträger mehrere Varianten für ein neues Kraftwerk durchrechnen lassen, das wie im Fall Moorburg neben Strom auch Wärme liefern soll. Am technisch und wirtschaftlich sinnvollsten erwies sich ein 800-MW-Kohlekraftwerk. Überwiegend mit Erdgas betriebene Anlagen würden dagegen „keine oder nur eine unzureichende Rendite“ erwirtschaften, lautet das Fazit (siehe „Kiel spielt die Varianten durch“).

Aber ob das Verhältnis wirklich so bleibt? „Das hängt nicht nur von der künftigen Entwicklung der Gas- und der Kohlepreise ab, sondern auch von den CO2-Preisen“, sagt Lindenberger: „Und um das zu prognostizieren, bräuchte man eine Glaskugel.“

Befürworter von Kohleanlagen verweisen vor allem auf die unsicheren Bezugsquellen für Gas. Deutschland bezieht einen Großteil seines Gases aus Russland, dass in der Vergangenheit schon mehrfach seine Macht als Gaslieferant demonstriert hat. Zudem ist der Gas- an den Ölpreis gekoppelt und der kennt zur Zeit nur eine Richtung – er steigt konstant und steil an. Im Februar wurde Erdgas gemessen am Brennwert einer Tonne Steinkohle zu einem Preis von 198 Euro importiert, Steinkohle kostete je Tonne nur 91 Euro. Verglichen mit 2004, als der Preisanstieg an Fahrt gewann, müssen die Gasimporteure 89 Prozent mehr bezahlen – allerdings ist im selben Zeitraum auch der Preis für Steinkohle um 65 Prozent geklettert.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Folgen der schärferen Klimaschutzauflagen.

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