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29.04.2008 
Energie

Wasserstoff auf Friedensmission

von Christian Buck

Brennstoffzellen machen Akkus Konkurrenz, bislang zeigt aber nur das Militär Interesse. Die Bundeswehr setzt die Technik bereits ein, ebenso wie die israelische Marine und die US-Streitkräfte. Doch auch Zivilisten könnten von der Entwicklung profitieren.

Bislang kommt die Brennstoffzellen-Technik vor allem in U-Booten zum Einsatz. Foto: apLupe

Bislang kommt die Brennstoffzellen-Technik vor allem in U-Booten zum Einsatz. Foto: ap

DÜSSELDORF. Die neuen U-Boote der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft sind selbst für moderne Zerstörer ein Albtraum. Sie sind so gut wie unsichtbar und ihr Antrieb erzeugt weder Geräusche noch Abgas-Wärme. Mit einer Brennstoffzelle kann die neue U-Boot-Klasse wochenlang unter Wasser bleiben. Herkömmliche U-Boote dagegen haben in zwei Tagen ihre Batterien leergefahren.

Die Brennstoffzelle steht an der Schwelle zum Massenmarkt. Die US-Armee, die israelische Marine und die Bundeswehr setzen die Technik schon ein. Zivile Anwendungen könnten von den Entwicklungsfortschritten profitieren: Immer mehr tragbare Geräte im Alltag werden immer leistungsfähiger. Meist sind es Akkus, die Handys, PDAs und Notebooks antreiben. Ihr Manko ist das regelmäßige Aufladen. Brennstoffzellen können hier Abhilfe schaffen: Sie wandeln die chemische Energie beispielsweise von Wasserstoff in elektrische Energie um und können die Geräte länger mit Strom versorgen.

In einem Projekt des Bundesforschungsministeriums entwickelte ein deutsches Konsortium die Technik für die Massenfertigung von Mikrobrennstoffzellen mit einer Leistung bis zu 200 Milliwatt – genug, um drahtlose Sensornetzwerke zu betreiben. MP3-Spieler liegen gerade an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Im Vergleich mit Batterien schneidet das Kleinkraftwerk gut ab: „Die verwendeten Wasserstofferzeuger haben die gleiche Energiedichte wie Lithium-Akkus und eine 50 Prozent höhere Energiedichte als Alkali-Mangan-Batterien“, sagt Robert Hahn vom Fraunhofer-Institut Zuverlässigkeit und Mikrointegration in Berlin. „Mit Energiespeichern wie Methanol oder chemischen Hydriden wäre eine drei- bis zehnfache Energiedichte von Batterien möglich.“

Nun suchen die Forscher Interessenten aus der Industrie. „Die Produktion ist vorbereitet und kann starten“, sagt Hahn. Die Kosten seien überschaubar: „Der Energiespeicher kostet so viel wie eine vergleichbare Alkali-Mangan-Batterie und ist billiger als ein Lithium-Akku.“ Die eigentliche Brennstoffzelle kostet drei bis vier Euro und bleibt fest eingebaut im Gerät. Nur der Energiespeicher für die Wasserstoffproduktion muss erneuert werden. Er kostet aber nur 20 Cent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Methanol statt Wasserstoff.

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