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14.03.2008 
Erneuerbare Energie

Kombimodul erzeugt Strom und Wärme zugleich

von Silke Thole

Das Solarzentrum Allgäu steigt als erstes Unternehmen in Deutschland in die Serienproduktion von Kombimodulen für Photovoltaik und Solarthermie ein. Das Konzept der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Warmwasser steht noch am Anfang, hat aber großes Potenzial.

Bald Zwitter auf dem Dach? Foto: ArchivLupe

Bald Zwitter auf dem Dach? Foto: Archiv

TÜBINGEN. In sonnigen Höhen feiert die Solarbranche im Mai eine Premiere: Das Solarzentrum Allgäu, ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern, vereint die Strom- und die Wärmeerzeugung in einem einzigen Dach-Modul. Geschäftsführer Willi Bihler geht als erster deutscher Anbieter in die Serienproduktion von Kombimodulen für Photovoltaik und Solarthermie. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich bereits jetzt die Anfragen. „So viel können wir gar nicht produzieren, weil wir auf dem Weltmarkt nicht genügend Photovoltaikzellen bekommen können“, sagt Bihler.

Das Konzept der gleichzeitigen Gewinnung von Strom und Warmwasser steht noch am Anfang: In Europa kann Bihler seine Wettbewerber an einer Hand abzählen. Einer davon ist das kleine holländische Unternehmen PV Twins, eine Ausgründung des Forschungsinstituts Energy Research Centre of the Netherlands (ECN). Auch dessen Geschäftsführer Marcel Elswijk verzeichnet großes Interesse und sieht als einzigen Hemmschuh die Knappheit von Solarmodulen zur Stromerzeugung.

Das Potenzial der Technik sei gewaltig, sagt Matthias Rommel. Er leitet am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) die Gruppe Thermische Kollektoren und Anwendungen und hat mitgewirkt am Fahrplan für die Entwicklung und Vermarktung der Kombimodule im Rahmen des EU-Projektes PV-Catapult.

„Momentan mag es noch billiger sein, Wärmegewinnung und Stromerzeugung zu trennen“, räumt Rommel ein. „Aber die Flächen auf den Gebäuden werden knapp.“ Hausbesitzer werden künftig öfter entscheiden müssen, ob sie ihr Sonnendach lieber für Heizung und Warmwasser oder zur Stromerzeugung nutzen wollen. Dementsprechend werden entweder Solarkollektoren oder Photovoltaik-Module installiert. Diese Frage stellt sich heute bereits bei Mehrfamilienhäusern. Denn je mehr Warmwasser gebraucht wird, desto größer muss die Kollektorfläche sein. Folge: Für die Stromerzeugung bleibt kaum noch Platz. Hier könnten sich Kombi-Module schon heute lohnen.

Trotz der großen Nachfrage diskutieren Sonnenenergie-Experten noch kontrovers über die Neuerung. Ein gängiges Argument: Die Funktionen stören sich gegenseitig. „Ein Sonnenkollektor zur Gewinnung von Wärme wird bei möglichst hohen Temperaturen betrieben. Photovoltaikzellen zur Stromerzeugung dagegen arbeiten umso besser, je kühler sie sind“, so Michael Powalla, Experte des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung ZSW in Stuttgart, das sich gegen den Kombi-Ansatz entschieden hat. Der Gesamtwirkungsgrad eines Photovoltaik-Thermie-Moduls (PVT) sei immer ein Kompromiss, sagt Powalla. Weder die Stromerzeugung noch die Wärmegewinnung könne optimal betrieben werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Welche Steigerung des Stromertrags der Hersteller für möglich hält.

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