ISE-Forscher Rommel ist vom Gegenteil überzeugt: PVT-Module könnten insgesamt sogar mehr Sonnenenergie nutzbar machen. Photovoltaikmodule alleine nutzten maximal 20 Prozent der Sonnenenergie, der Rest gehe unnötigerweise verloren. Dabei weiß auch Rommel, dass Hitze für die Photovoltaik-Zellen aus Silizium eher schlecht ist. Pro Grad Temperaturanstieg sinkt die Energieausbeute um 0,4 bis 0,5 Prozent. Aber, so Rommel, die PV-Module würden ohnehin heiß. „In Kombimodulen können sie gekühlt werden, so dass die Temperatur sinkt und der Stromertrag steigt.“
Hersteller Bihler rechnet für seine Module mit einer jährlichen Steigerung des Stromertrags um rund 30 Prozent. Seine Kombination arbeitet mit Wasser. Das Photovoltaik-Modul wird ganzflächig hinterspült. Im Winter sorgt das warme Wasser für schneefreie und damit produktionsfähige PV-Flächen. Im Sommer dagegen kühlt das Wasser die Module und wird dabei selbst erwärmt.
Kritiker der Kombimodule führen an, dass die erzeugte Wärme zu gering sei, um damit zu heizen oder Warmwasser zu bereiten. Für Rommel ist jedoch entscheidend, dass die an den Modulen entstehende Wärme überhaupt genutzt wird. „Man kann damit beispielsweise Warmwasser vorwärmen“, sagt er.
Zudem könne die Kombination eines PVT-Moduls mit einer Wärmepumpe attraktiv sein. Diese entzieht der Kollektorflüssigkeit die gespeicherte Wärme und veredelt diese, so dass damit geheizt oder Warmwasser bereitet werden kann. So unterstützt die Kollektorflüssigkeit die Heizung, bleibt aber selbst kühl. Diesen Ansatz verfolgt auch das Solarzentrum Allgäu. Bihlers Rechnung: „Die Kosten für zwei getrennte Anlagen und die Mehrkosten für unsere Module plus Wärmepumpe heben sich in etwa auf.“
PV-Twins-Chef Elswijk wirbt sogar damit, dass seine Kombi-Systeme billiger seien als zwei getrennte Anlagen. Zudem können die holländischen Module direkt zur Warmwassererzeugung dienen. Elswijk zufolge produzieren sie 90 Grad heißes Wasser, liefern aber trotzdem genauso viel Strom wie herkömmliche Photovoltaik-Module. Hier haben die Holländer also die Nase vorn. Allerdings produzieren sie bislang erst kleine Stückzahlen. Bis zum Aufbau einer Serienfertigung wird noch einige Zeit vergehen.
