Aber nach Landau und Unterhaching macht die Zukunft erst mal Pause, in den nächsten zwei Jahren wird kaum ein Stromprojekt ans Netz gehen. Denn einen einheitlichen Stand der Technik für die Erdwärmeverstromung im großen Maßstab gibt es noch nicht. In praktisch jedem neuen Kraftwerk steckt eine neue Technik. So ist fast jede Anlage Neuland.
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Eine Reihe kleinerer Wärmeanlagen steht derweil in den Startlöchern. Danach heißt es abwarten. „Im Moment reicht die Einspeisevergütung für viele Projekte nicht aus“, sagt Jens Burgtorf vom Vorstand des Bundesverbands Geothermie, und große Kraftwerke haben einen langen Vorlauf. Mit der Wärme, die hauptsächlich aus heißem Wasser im Untergrund kommt, wird heute nur eine Nische von einem Prozent im Wärmemarkt der erneuerbaren Energien bedient. Der geothermische Stromanteil ist nur ein Bruchteil von einem Prozent.
Jede Bohrung und beinahe jede Anlage ist mit großen Unsicherheiten behaftet. Eine ausreichende Rendite ist nur mit dem Wärmeverkauf möglich – das ist oft ein Dilemma: Um die Wärme unterzubringen, braucht es passende Infrastrukturen – und Abnehmer. „Unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann man nicht beliebig viele Nah- und Fernwärmenetze installieren; zum Verbessern des Wärmeabsatzes müssen wir zukünftig deutlich kreativer werden“, sagt Martin Kaltschmitt, Institutsleiter an der Uni Hamburg-Harburg.
Erst wenn die Wärme nicht vollständig abgenommen, ist die zusätzliche Stromerzeugung eine Option. Dafür sind mindestens hundert Grad im Untergrund nötig. Fürs Genehmigungsverfahren nach dem Bergrecht sind Ausdauer und ein Finanzpolster gefragt: Ein Nachweis, dass man genug Geld für die geologische Erkundung und zum Bohren hat, sowie die Anlage bauen und betreiben kann, ist Voraussetzung. Zusätzlich belasten steigende Bohrkosten die Rendite.
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