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17.04.2008 

„Die erneuerbaren Energien entwickeln sich zu einer der wichtigsten Wachstumsbranchen in Deutschland“, sagt Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin Energie, Verkehr und Umwelt des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Branche beschäftigt inzwischen 250000 Menschen und erwartet bis Ende 2009 zusätzliche 50000 Arbeitsplätze. Kemfert warnt im Gespräch mit dem Handelblatt vor einer Kürzung der Förderung: „Eine Fokussierung auf fossile Energie würde langfristig wegen hoher Öl- und Gaspreise Kosten von bis zu 55 Mrd. Euro verursachen, während die Förderung der Erneuerbaren eine Entlastung von 12 Mrd. Euro brächte.“ Die Berechnung basiert auf den Preisen von 2007.

Die Trends auf dem Markt der Erneuerbaren sind allerdings je nach Technik unterschiedlich. Der Bau von neuen Windanlagen stockte vergangenes Jahr. Dagegen lieferten die vorhandenen Windräder fast ein Viertel mehr Energie als im Vorjahr. Hingegen stagnierte der Verbrauch von Biokraftstoffen bei sieben Prozent des deutschen Kraftstoffverbrauchs, was der Verband mit der höheren Besteuerung für Biokraftstoffe erklärt. Die Produktion sonstiger Biomasseenergien litt unter den hohen Rohstoffpreisen.

Die Finanzierung verschiebt sich im Markt von der inzwischen wirtschaftlichen Windenergie hin zur noch unterstützungsbedürftigen Solarenergie. Angesichts der Fokussierung von Investitionen und Risikokapital auf Photovoltaik und Biomasse warnte die New Yorker Agentur Lux Research allerdings Mitte 2007 vor einer Investmentblase. Auch andere Klima schonende und Energieeffizienztechniken seien aussichtsreich, betonten sie. Nur eine Kombination aller erneuerbarer Energiequellen und Effizienztechniken könne helfen, die Erderwärmung zu bremsen, sagen Wissenschaftler.

Hersteller von Solaranlagen und Heizanlagen verbinden diese inzwischen mit Wärmepumpen und kombinieren weitere erneuerbare Energietechniken. Überschüssig produzierte oder als Abwärme angefallene Energie wird in der Erde gespeichert und im Winter hoch gepumpt. ENBW macht Fortschritte bei der Erforschung von Speicherlösungen für Windenergie, und RWE hat sich soeben mit General Electric verbündet, um ein neuartiges Kraftwerk zu bauen, das Windstrom über Druckluft in großen Mengen effizient und für längere Zeit speichern kann. In Berlin werden seit einigen Monaten dezentrale Mikro-Kraftwerke getestet, die sowohl Wärme als auch Strom produzieren. Die Freiburger Firma PSE entwickelte vergangenes Jahr eine solarbetriebene Kühlmaschine für heiße Regionen. Auch die Bautechnik, wie die Einbindung von Beton als Wärme- und Kältespeicher, wird ausgefeilter.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Diskussion um die Kernkraft

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