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25.06.2007 
Ökobilanz-Vergleich

Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher

Biotreibstoffe sind nicht notwendigerweise umweltfreundlicher als fossile Treibstoffe. Dies zeigt eine Studie der schweizerischen Forschungseinrichtung Empa, die im Auftrag der schweizerischen Bundesämter für Energie, Umwelt und Landwirtschaft die Ökobilanzen von Biotreibstoffen untersucht hat.

hsn ST. GALLEN. „Die Vorsilbe Bio heißt nicht in jedem Fall auch umweltfreundlich“ so Empa-Wissenschaftler Rainer Zah, der mit seinem Team verschiedene alternative Treibstoffe – Bioethanol, Biomethanol, Biodiesel und Biomethan – vom Anbau der Rohstoffe über die eigentliche Herstellung der Biotreibstoffe bis zu ihrer Nutzung ökologisch bewertet hat.

„Die energetische Effizienz und die dadurch erzielte Treibhausgasreduktion können nicht die alleinigen Kriterien für eine ökologische Gesamtbewertung von Biotreibstoffen sein“, sagt der Empa-Forscher. Zwar könnten mit einer ganzen Reihe von Biotreibstoffen die Treibhausgase um mehr als 30 Prozent gesenkt werden. „Auf der anderen Seite treten jedoch bei deren Anbau und Verarbeitung teilweise gravierende andere Umweltbelastungen auf“, so Zah. Diese reichten von Überdüngung und Versauerung des landwirtschaftlich genutzten Bodens bis hin zum Verlust der Artenvielfalt, etwa durch Rodung von tropischem Regenwald.

Im Vergleich zur landwirtschaftliche Energieproduktion, die in Konkurrenz mit anderen Formen der Landnutzung wie der Nahrungsmittelproduktion oder dem Erhalt natürlicher Flächen steht, schnitt allerdings die energetische Nutzung von Abfall- und Reststoffen gegenüber fossilen Treibstoffen deutlich besser ab. „Hier fallen die hohen Umweltbelastungen durch die Bereitstellung der Rohstoff weg und es verringern sich die Schadstoffemissionen aus der Abfallbeseitigung“, so die Forscher.

Ebenfalls gute Ergebnisse erzielte die energetische Nutzung von Holz durch Vergasung, da hier die Umweltauswirkungen bei der Gewinnung des Rohstoffes sehr gering sind. Das Fazit der Forscher: Die staatliche Förderung von Biotreibstoffen, durch steuerliche Begünstigung gegenüber Diesel und Benzin, sollte differenziert erfolgen.

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