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25.01.2008 
Solarhaus

Energie im Überfluss

von Chris Löwer

Durch die Kombination verschiedener regenerativer Techniken werden Hausbesitzer unabhängig von Gas und Strom. Und nicht nur das: Die sogenannten Plus-Energie-Häusern produzieren sogar einen Energieüberschuss - was eine Umrüstung auch finanziell lohnend machen könnte.

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So funktioniert das Plus-Energie-Haus (klicken Sie auf das Bild für eine Großansicht). Foto: PR

BERLIN. Es ist schlicht und schön – und sieht vor allem nicht nach dem aus, was es ist: Ein Solarhaus, das sogar noch so viel Strom erzeugt, dass damit ein Elektroauto angetrieben werden könnte. Daher sprechen die Entwickler und Experten für energieeffizientes Bauen der TU Darmstadt von einem Plus-Energie-Haus. Seine Lamellen-Fassade ist nicht nur funktional, sondern auch schick. Keine düstren Kollektoren stören das Bild, denn die Photovoltaik-Elemente sind in die beweglichen Lamellen der Außenhülle integriert, die zugleich im Sommer als Sonnenschutz dienen.

Manfred Hegger, Chef des Entwicklerteams, gibt sich bescheiden: „Wir haben keine grundlegend neuen Techniken eingesetzt, sondern verfügbare zu einem ganzheitlichen Konzept von Architektur und Haustechnik zusammengeführt.“ Kombiniert wurde aktive Solar- mit passiver Dämmtechnik und das ganze mit architektonischer Finesse angereichert. Damit zu jeder Jahreszeit rund um die Uhr eine Innenraumtemperatur von 22 Grad herrscht, wurde das Haus mit nur drei Zentimeter dicken Vakuumpanelen gedämmt. Das Spezialmaterial isoliert so gut wie handelsüblicher, zehnmal so dicker Dämmstoff. Innenwände und Decken sind mit wärmespeichernden Gipsplatten verkleidet worden. Für den Wärmeausgleich im Sommer und Winter sorgen eingearbeitete Paraffinkügelchen, die als so genanntes Phase Change Material (PCM) tagsüber Wärme speichern, die sie in kühlen Abendstunden wieder abgeben. Hinzu kommen vierfach verglaste Fenster.

Geheizt wird mit Sonnenkraft. An trüben Tagen hilft eine Photovoltaikanlage, deren Strom eine Luft-Luft-Wärmepumpe antreibt. Die Dünnschicht-Photovoltaik-Elemente von Schott Solar sind geschickt in die Lamellenfassade integriert. „Die Lamellenhülle ermöglicht in Sommernächten eine natürliche Lüftung, Überhänge im Süden schützen vor der Sonne, und die größtmögliche Transparenz der Gebäudehülle sorgt für maximales Tageslicht im Innern, was dazu führt, dass weniger elektrische Beleuchtung benötigt wird“, zählt Hegger die wichtigsten Eckpunkte der Energiespar-Architektur auf.

Das Konzept könne problemlos für freistehende Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Mehrgeschosser genutzt werden. Die Entwickler führen derzeit Gespräche mit der Industrie, um das Plus-Energie-Haus auf den Markt zu bringen. Zu welchem Preis, vermag Hegger nicht zu sagen und wann es soweit sein wird, auch nicht. Nur so viel: „Auch wenn es ein Prototyp für 2015 sein soll, wird man längst nicht so lange darauf warten müssen.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie sich die Umrüstung rechnet

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