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HANDELSBLATT, Donnerstag, 8. März 2007, 10:05 Uhr
Solaranlagen und Wärmepumpen

Erde speichert Sonnenenergie

Von Dirk Jensen und Hans Schürmann

Die boomende Solarbranche hat ihrem Leistungsspektrum einen weiteren Bereich hinzugefügt: Hersteller von thermischen Solaranlagen sorgen durch Wärmepumpen für eine Speicherung der überschüssigen Sonnenenergie und machen diese somit auch im Winter nutzbar.


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Solarenergie kann künftig gespeichert werden. (Quelle: dpa)
Bild vergrößernSolarenergie kann künftig gespeichert werden. (Quelle: dpa)

HAMBURG/DÜSSELDORF. Die Wärme der Sonne auch im Winter nutzen: Dies gelingt den Herstellern von thermischen Solaranlagen, indem sie ihre Technik erstmals mit der von Erdwärmepumpen kombinieren. Der Trick: In sonnenreichen Monaten im Sommer wird überschüssige Wärmeenergie in der Erde zwischengespeichert und im Winter mit der Wärmepumpe zum Heizen genutzt. Ein erstes marktreifes Produkt stellt das Bielefelder Unternehmen Schüco auf der Heizungsmesse ISH in Frankfurt vor, die noch bis zum Samstag andauert.

Das Funktionsprinzip der Kombilösung: „Erzielen wir im Sommer mehr Solarwärme, als wir für die Erwärmung des Duschwassers benötigen, pumpen wir die auf dem Dach erwärmte Solarflüssigkeit über ein einfaches Umschaltventil in die Erdsonde der Wärmepumpe“, erläutert Thomas Lauritzen von Schüco. Dort hebt die solare Energie das Temperaturniveau an und wird auf diese Weise zwischengespeichert.

Auch der Hersteller von Solarkollektoren Congery setzt auf Wärmepumpen. Das Hamburger Unternehmen hat Ende vergangenen Jahres den Wärmepumpenbauer Güstrower Maschinenbau übernommen. Auf der ISH zeigt Congery erstmals Konzepte, wie Hausbesitzer solarthermische Anlagen mit einer Wärmepumpe zur Erwärmung von Wasser koppeln können. „Durch eine kombinierte Nutzung von Erd- und Solarwärme können Hausbesitzer ihre Heizungskosten gegenüber herkömmlichen Erdgas- oder Ölheizungen deutlich reduzieren und so sogar autark von fossilen Brennstoffen werden“, sagt Jochen Freese, Geschäftsführer der Conergy Wärmepumpen GmbH.

Wärmepumpen werden bei deutschen Immobilenbesitzern immer beliebter: Bundesweit wurden im vergangenen Jahr rund 44 000 Wärmepumpen-Heizungen installiert – weit mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahr. Damit sind derzeit mehr als 190 000 Wärmepumpen in Betrieb. Heizanlagen mit Wärmepumpe nutzen die Umgebungs- oder Abwärme – etwa über eine Sonde im Erdreich oder als Wärmetauscher in Lüftungsanlagen – und tragen so zur Reduzierung des Verbrauchs an fossilen Energieträgern bei.

Wärmepumpen arbeiten ähnlich wie ein Kühlschrank – nur mit umgekehrtem Effekt. Während ein Kühlschrank sein Inneres kühlt und die anfallende Wärme an die Umgebungstemperatur abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Erdreich Wärme und gibt sie an ein Wärmetauschersystem ab, das die Energie ins Haus transportiert und dort wieder über einen Wärmetauscher an die Heizanlage überträgt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Allerdings eignet sich die Wärmepumpe auch für wärmegedämmte Altbauten“


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