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HANDELSBLATT, Dienstag, 29. Mai 2007, 10:02 Uhr
Iran

Teheran liebäugelt mit dem deutschen Transrapid

15 Millionen Pilger werden jedes Jahr von Teheran in Bussen ins gut 800 Kilometer entfernte Maschhad gekarrt. Das soll künftig schneller gehen. Die iranische Regierung erwägt den Bau einer Transrapid-Strecke. Ein Münchner Ingenieurbüro soll mit den ersten Studien dafür beginnen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".


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Ein Transrapid in Schanghai. Foto: dpa
Bild vergrößernEin Transrapid in Schanghai. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF Nach China erwägt nun auch Iran den Bau einer Transrapid-Strecke. Das Ingenieurbüro Regierungsbaumeister Schlegel GmbH hat den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie erhalten, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Dienstagausgabe berichtet. Der Schwebezug könnte Pilger aus Teheran ins Maschhad im Nordosten des Landes bringen. Eingefädelt worden sei das Projekt vom ehemaligen bayerischen Wirtschaftsminister Otto Wiesheu. Das Ingenieurbüro prüft nach Angaben seines Geschäftsführer Harald Späth, ob der Bau möglich ist.

Das Unternehmen habe einen offiziellen Auftrag erhalten, sagte Späth der „Süddeutschen Zeitung“. Dieser geht auf einen Besuch des damaligen bayerischen Wirtschaftsministers im Mai 2004 in Teheran zurück. „Wir haben seinerzeit über Infrastruktur-Projekte geredet“, sagte Wiesheu. „Es wäre schön, wenn sich das jetzt auszahlen würde.“ Nach Darstellung des Ingenieurbüros hat die iranische Regierung 1,5 Mrd. Dollar als „Anschubfinanzierung“ für eine Transrapidstrecke zwischen Teheran und Maschhad bereitgestellt. Iran hoffe auf private Mitfinanziers, sagte Schlegel-Geschäftsführer Späth. Ziel sei es, zwölf bis 15 Millionen Pilger im Jahr vom Großraum Teheran nach Maschhad zu bringen. Bisher seien auf dieser Strecke Busse unterwegs, die zwei Tage brauchten.

Siemens
Chart: Siemens
Analystenmeinung

Aus dem Bundesaußenministerium hieß es, das Vorhaben sei noch in einem so frühen Stadium, dass man sich nicht äußern könne. Die iranische Botschaft in Berlin äußerte sich nicht zu dem Vorhaben. Wiesheu, der Ende 2005 aus der bayerischen Regierung ausgeschieden und als Vorstand zur Deutschen Bahn AG gegangen war, räumte ein, dass sich das Projekt in Iran noch in einer sehr frühen Phase befindet. „Iran ist zweifelsohne ein schwieriges Land. Ich hoffe aber, dass sich die Umstände und die internationalen Beziehungen wieder verbessern“, sagte der Bahn-Vorstand mit Blick auf das umstrittene Atomprogramm. Das Transrapid-Projekt hält er dennoch für machbar: „Der Transport von Pilgern in Iran ist sicherlich kein Projekt, das politischen Boykottmaßnahmen unterläge.“

Vertreter der Siemens AG und der ThyssenKrupp AG, die die Technik für den Transrapid liefern, zeigten sich zurückhaltender. Siemens sei in die Planungen bisher nicht eingeschaltet worden, sagte ein Sprecher. Das bayerische Wirtschaftsministerium teilte auf Anfrage mit, man habe anlässlich des Besuchs von Wiesheu in Iran im Mai 2004 den Wunsch des Ingenieurbüros Schlegel grundsätzlich unterstützt, den Auftrag für die Machbarkeitsstudie zu bekommen. Weitere Aktivitäten des Ministeriums habe es nicht gegeben. Man sei später von dem Ingenieurbüro aber über die „erfolgreiche Akquirierung des Auftrags“ informiert worden.


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