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HANDELSBLATT, Donnerstag, 24. Januar 2008, 16:23 Uhr
„Jahr der Mathematik“

Firmen fordern besseren Matheunterricht

Von Barbara Gillmann

Das Fach gilt als Schrecken der Schüler, besonders Mädchen kommen schlecht mit ihm zurecht. Jetzt fordert die Wirtschaft eine erfolgreichere Mathematikvermittlung - damit wieder mehr Schüler technische Berufe wählen und so den Technologiestandort sichern.


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Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) wirbt für einen besseren Ruf des Schulfachs Mathematik. Foto: dpa.
Bild vergrößernBildungsministerin Annette Schavan (CDU) wirbt für einen besseren Ruf des Schulfachs Mathematik. Foto: dpa.

BERLIN. Zum Auftakt des „Jahres der Mathematik“ fordert die Wirtschaft besseren Matheunterricht. Nur wenn das Angstfach seinen Schrecken verliert, kann der Nachwuchs für den Technologiestandort gesichert werden, mahnen Arbeitgeber und Industrie. Besserer Matheunterricht in Schulen und Hochschulen gilt auch als Schlüssel im Kampf gegen den Ingenieurmangel – aktuell das größte Personalproblem der Wirtschaft.

Das „Jahr der Mathematik“ 2008 soll nun „neue Begeisterung für Mathematik wecken – vor allem bei Kindern und Jugendlichen“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zum Auftakt. Wettbewerbe, Ausstellungen und unzählige Veranstaltungen des Ministeriums, der Telekom-Stiftung und der Aktion „Wissenschaft im Dialog“ sollen das Bild des Horrorfachs aufpolieren.

Es gilt jedoch, „dicke Bretter zu bohren“, sagte der Präsident der deutschen Mathematiker-Vereinigung, Günter Ziegler. „Weil heute eher schwächere Studenten das Lehramt wählen, etwas frustriert in die Schulen gehen und die Lehrerfortbildung eingeschlafen ist“, gelte es vor allem, Aus- und Fortbildung der Lehrer zu verbessern. Ziel muss ein „wesentlich praxisnäherer Mathematikunterricht sein“, fordert die Abteilungsleiterin Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Barbara Dorn.
Telekom
Chart: Telekom
Analystenmeinung

Generell mehr Unterricht in Mathe und Naturwissenschaften will der Präsident des Verbands der Informationswirtschaft Bitkom, August-Wilhelm Scheer. Heute entfielen auf diese Fächer in der Sekundarstufe I nur ein Fünftel des Unterrichts, „das sollte auf ein Drittel erhöht werden“. Zuletzt fehlten in der Wirtschaft nach Bitkom-Angaben rund 43 000 IT-Fachleute. Die Kanzlerin höchstselbst hatte kürzlich auf dem IT-Gipfel mit der Branche vereinbart, dass „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik auf allen Stufen des Bildungssystems mehr Gewicht bekommen.“ In der Hand haben das allerdings die Länder.

Seit Jahren klagen Unternehmen über schlechte Mathe-Kenntnisse vor allem der Haupt- und Realschüler (siehe „Deutsche Schüler tun sich schwer mit Mathematik“). „Häufig fehlen einfachste Kenntnisse wie Prozent-, Zinsrechnung oder Dreisatz“, berichtet die Schulexpertin des DIHK, Berit Heintz. Das sei fatal, weil gerade in neuen IT-Berufen oder bei den Mechatronikern (Kombination aus Mechaniker und Elektriker) deutlich mehr Mathematik gefragt sei.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was Universitäten gegen Mathedefizite tun


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