| HANDELSBLATT, Mittwoch, 20. Dezember 2006, 08:52 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Vorgestellt haben die Wissenschaftler einen 15 mal 15 Zentimeter großen Demonstrator. Noch nicht geklärt ist laut Bäuerle bislang die Langzeitstabilität der Solarzellen. Auch die Energieausbeute sei noch verbesserungsfähig. Knapp vier Prozent betrage sie derzeit, noch ein weiter Weg zu Werten bei konventionellen Silizium-Solarzellen. Die beiden Universitäten haben das Unternehmen Heliatek ausgegründet, das die Produkte bis zur Marktreife weiterentwickeln soll. Der Produktionsbeginn ist für 2011 vorgesehen. An der industriellen Fertigung organischer Solarzellen arbeitet ebenfalls das Hahn-Meitner-Institut (HMI) aus Berlin, das mit Industrie- und Forschungspartnern kooperiert. „Wir glauben, dass dieser Zellentyp in Kürze marktreif sein wird“, sagt Konstantinos Fostiropoulos, Leiter der Forschungsgruppe organische Solarzellen. Das HMI hat das sonst übliche nasschemische Beschichtungsverfahren aus Polymeren durch die Nutzung verdampfbarer Farbstoffmoleküle ersetzt. „Die Methode ist zwar derzeit noch teurer. Aber sie ermöglicht eine höhere Zielgenauigkeit bei der Produktion“, sagt Fostiropoulos. Als Alternative zu organischen Halbleitern auf Kohlenstoffbasis verkauft Konarka bereits Farbstoffzellen. Auch die Farbstoffsolarzellen der Leibniz-Universität Hannover stehen nach Angaben der Wissenschaftler kurz vor der Vermarktung. Zudem hat sich die Forschergruppe zum Ziel gesetzt, flexible Zellen zu entwickeln, die zum Beispiel in Kleidung oder Zeltplanen integriert werden können. Die Produktion von Solarzellen aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen, so genannte CIS-Zellen, hat im Oktober der Würth-Ableger ZSW gestartet. Das Unternehmen verspricht seinen Kunden einen Wirkungsgrad, der mit dem von Siliziumzellen vergleichbar oder diesem sogar überlegen ist. Die Module sollen künftig gedruckt werden. Sulfurcell, eine Ausgründung des Hahn-Meitner-Instituts, ist seit diesem Jahr mit Zellen auf Basis von Kupfer-Indium-Sulfid auf dem Markt und will 2007 eine zweite Produktionsstätte eröffnen. | ||||||||||||||||||||||||
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