Die jüngsten Studiendaten indessen verstärken die Zweifel an diesen Forschungs-Strategien. Bereits 2006 war Pfizer
mit einer Neuentwicklung gescheitert, die zwar die Blutfettwerte positiv beeinflusste, gleichzeitig aber die Herzkreislauf-Risiken erhöhte. Solche Daten scheinen Vermutungen zu bestätigen, wonach der Vorteil der Statine gar nicht, oder nur teilweise auf ihrem cholesterinsenkenden Effekt beruht, sondern auf anderen Mechanismen.
"Es ist nicht belegt, dass die Höhe der Cholesterinsenkung einen Einfluss auf den positiven Effekt der Statine hat", sagt dazu Peter Sawicki, der Leiter des Kölner Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IGWiG). "Aufgrund der derzeitigen wissenschaftlichen Datenlage besteht also keine Notwendigkeit irgendeinen Patienten mit der Kombination aus Ezetimib + Simvastatin zu behandeln."
Goldgrube für die Pharmabranche
Aufstieg: Medikamente aus der Wirkstoff-Gruppe der Statine bescherten etlichen Pharmakonzernen in den vergangenen Jahren einen enormen Umsatzzuwachs. Alleine in Deutschland hat sich die Zahl der Verordnungen für die Cholesterinsenker seit 1997 mehr als versechsfacht.
Trendwende: Trotz einiger Neuentwicklungen hat das Segment seinen Zenit inzwischen überschritten. Generikakonkurrenz sorgt seit 2006 für starke Umsatzrückgänge bei Zocor und Pravachol. Auch Lipitor von Pfizer,
das umsatzstärkste Produkt der Pharmabranche, verliert inzwischen an Umsatz.
