Die Anlage wurde eigens im FZ Dresden entwickelt und besteht unter anderem aus einem Beschleuniger, der mit hoher Frequenz Elektronenstrahlen erzeugt: 100 000-mal pro Sekunde schießt er Elektronen auf ein Target (Ziel) aus flüssigem Blei. Der Dresdner Elektronenbeschleuniger ist eine Alternative zu den in späteren Anlagen geplanten Protonenbeschleunigern.
Der Effekt ist allerdings derselbe: Die beschleunigten Elektronen oder Protonen schlagen Neutronen aus dem Target heraus, die ihrerseits mit einer gehörigen Portion Energie auf die Reise gehen. Die brauchen sie auch, wenn sie auf ihr eigentliches Ziel, das radioaktive Material, treffen: Hier sollen sie nun entweder selbst Teilchen aus den radioaktiven Atomkernen herausschlagen oder mit ihnen verschmelzen.
In beiden Fällen ändern sich die physikalischen Eigenschaften der getroffenen Atome, so dass sie andere Elemente bilden – entweder welche, die gar nicht mehr strahlen, oder zumindest solche, die schnell zerfallen. „Wir wollen herausfinden, wie man die Neutronen ausrichten muss, damit möglichst viele von den langlebigen radioaktiven Kernen umgewandelt werden“, erklärt Wagner.
Die Transmutation könnte das Müllproblem zumindest eindämmen. Doch selbst eine Idee mit schon gut sechzigjähriger Geschichte fordert noch Geduld: In 15 Jahren frühestens, schätzt Wagner, könnte die Technik reif für die Anwendung sein. Joachim Knebel, der am Forschungszentrum Karlsruhe das Programm „Nukleare Sicherheitsforschung“ leitet, schätzt die Lage ähnlich ein: Er rechnet mit dem Prototyp einer Transmutationsanlage nicht vor dem Jahr 2030.
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