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17.04.2008 

Als Sie klein waren, lebte Ihre Familie zwei Jahre lang in Florida.

Damals konstruierte mein Vater mit der „Mésoscaphe“ das erste Touristen-U-Boot. Das war unglaublich interessant. Ich habe während dieser Zeit alle meine Helden getroffen: Charles Lindbergh, Neil Armstrong, Jacques Mayol, Hermann Geiger. Ich wurde nach Cape Kennedy eingeladen und habe die Starts der Apollo-Missionen 7, 8, 9, 10, 11 und 12 gesehen. Wernher von Braun holte mich damals an den Vorabenden der Starts in sein Hotel, damit wir rechtzeitig bei den Starts waren. Ich spielte dann mit seinem Sohn.

Haben Sie Erinnerungen an Ihren Großvater?

Ich war vier, als er starb, und kann mich daher an keine Gespräche erinnern. An Situationen jedoch schon. Dass ich auf seinen Knien saß und er mit mir spielte. Er war ein sehr liebevoller Mensch. Und mir blieben natürlich die Geschichten in Erinnerung, die er damals mit Marie Curie und Albert Einstein erlebte.

Zum Beispiel?

Als Einstein seine Theorie über die Relativität präsentierte, sagten viele, sie sei falsch. Mein Großvater kannte Einstein, er war dessen Doktorvater. Also machte er in seinem Ballon ein Experiment für Einstein und belegte damit, dass die Theorie richtig ist. Einstein war dafür zeitlebens dankbar.

Sie waren 41 Jahre alt, als Sie mit Ihrer Ballonfahrt rund um die Welt einen Rekord aufstellten. Warum hat es so lange gedauert, bis Sie ein passendes Abenteuer gefunden hatten?

Aus Ihrer Frage könnte man entnehmen, dass ich irgendwelche Abenteuer suchte, um etwas zu erreichen. Ich habe in meinem Leben immer das gemacht, was für mich interessant und spannend war. Als ich 17 war, sind in der Schweiz Hängegleiter aufgekommen, und ich bin viel damit geflogen. Danach mit Ultraleichtfliegern. Das waren kleine Abenteuer. Dann habe ich 1992 den ersten transatlantischen Ballonwettbewerb gewonnen. Es wurde immer ein wenig mehr.

Wie viel Druck lastete auf Ihnen, erfolgreich sein zu müssen?

Ich hatte keinen Druck von meiner Familie, sondern stets von außen. Die Leute sagten: Du hast ein so unglaubliches Erbe, du musst auch Unterseeboote konstruieren, du musst die Familientradition weiterführen. Warum gehst du in die Medizin? Du verlierst doch nur Zeit.

Wussten Sie schon immer, was Sie werden wollten?

Ich hatte große Zweifel. Ich wusste nicht, ob ich mich für die Technische Hochschule oder die Medizin entscheiden sollte. Mein Vater hat dann gesagt, nur weil er Unterseeboote konstruiere, müsse ich das nicht auch machen. Schließlich entschied ich mich für die Medizin und die Psychiatrie, da dies mehr meinen Anlagen und meinem Interesse entspricht.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die Erfüllung des Bubentraums.

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