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23.04.2008 

Laut Schlögl könnte die intelligente Fabrik schon um 2020 wahr werden. "Heute stehen wir noch vor der Herausforderung, die Daten, die wir in der digitalen Fabrik gewinnen, in reale Fabriksteuerungen zu übertragen und Änderungen zurück zu führen", sagt er. Konkret müsste dafür vor allem die "mechatronische Herausforderung" bewältigt werden. Das heißt: Die mechanischen und elektrischen Eigenschaften aller Maschinen müssen in der Planungsphase durchgängig beschrieben werden. Noch arbeiten Maschinenbau, Elektro- und Automatisierungstechnik allerdings meist mit separaten Werkzeugen und Daten. "Uns fehlt ein großes Maß an Standardisierung - das wird Siemens nicht alleine schultern können", so Schlögl.

In Fachkreisen wird das Engagement des Konzerns positiv bewertet. "Die Initiative von Siemens könnte eine neue Qualität ins Spiel bringen", urteilt Professor Mantwill. Denn bislang waren es im wesentlichen Software-Unternehmen, die die virtuellen Werkzeuge für die Hersteller entwickelt haben. "Den Software-Anbietern fehlt aber das industrielle Prozess-Know-how", erklärt der Professor. Nach der Akquisition der texanischen Software-Schmiede UGS vereint Siemens nun deren Softwarekompetenz mit dem Wissen aus der hauseigenen Automatisierungssparte Industry Automation. Die Produktgruppe "Tecnomatix" von UGS umfasst eine der beiden führenden Software-Lösungen für die digitale Fabrik. "Packt der Konzern das Thema jetzt richtig an, wird diese Übernahme der digitalen Fabrik einen Schub verleihen", sagt Mantwill.

Für die Kunden der Autoindustrie ergeben sich aus der Digitalisierung der Fabriken ungeahnte Möglichkeiten. Geht es nach Siemens, so wird sich der Kunde in Zukunft auf speziellen Websites eigene, virtuelle Auto-Prototypen bauen - und täuschend echt testen können.

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