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25.04.2008 

Wer die Bedingungen erfüllt, kann ab dem 19. Mai via Internet sein Glück versuchen. Den Bewerbern wird ein Passwort zugeschickt, das ihnen Zugriff auf einen umfangreichen Fragenkatalog ermöglicht. Und mit Auswertung der Fragen durch die Esa ist für die meisten Weltraumfans dann auch schon Schluss. „Auf Basis der Fragebögen wählen wir etwa 1000 Kandidaten aus, die dann in die psychologische Auswahlrunde kommen“, sagt Gerhard Thiele.

In zwei Testphasen will die Esa nun möglichst viel über Persönlichkeit und operative Leistungsfähigkeit ihrer Kandidaten erfahren: Wie gut können sie Informationen aufnehmen? Wie fehleranfällig sind sie unter Stress? Wie steht es um ihre Teamfähigkeit? – Für die rund 100 Bewerber, die danach noch übrig sind, schließt sich eine medizinische Testreihe an. Erst wenn sich der Kreis der ehemals 40 000 auf 40 Kandidaten reduziert hat, beginnt das normale Einstellungsverfahren mit Bewerbungsgesprächen, wie sie auch Nicht-Raumfahrer bei der Esa durchlaufen müssen. Letztlich bleiben etwa 25 hoch qualifizierte Bewerber übrig, aus denen der Generaldirektor die vier neuen Astronauten auswählt.


» Bildergalerie: Wie Astronauten sich fit fürs All machen


„Das ganze Verfahren wird sich bis ins erste Quartal 2009 hinziehen“, sagt Frank Danesy. Wer es letztlich ins Team schafft, durchläuft das dreistufige Astronautentraining: Ein einjähriges Basic Training, in dem vor allem Raumfahrttechnik auf dem Programm steht. Danach das ebenfalls einjährige Advanced Training, das den Raumfahrer mit Shuttle, Sojus und ISS vertraut macht. Und schließlich das Increment-Specific Training, das auf 18 Monate angesetzt ist und die speziellen Kenntnisse für die Mission vermittelt, für die der Astronaut ausgewählt wurde. „In diesen 18 Monaten habe ich meine späteren Crewmitglieder häufiger gesehen als Frau und Kinder“, berichtet Gerhard Thiele von seiner Ausbildung.

Der enge Kontakt ist Teil des Programms, in dieser Phase des Trainings soll der Teamgeist entstehen, der später überlebenswichtig werden kann. Denn der Astronautenjob ist heute noch so riskant wie zu Zeit Juri Gagarins: Wer auf einem Feuerstrahl ins All reitet, mit Tonnen hoch explosivem Treibstoff an Bord und nur ein bisschen Metall zwischen sich und dem tödlichen Nichts des Weltraums, muss sicher sein, dass er den Kollegen an Bord im Zweifel auch das eigene Leben anvertrauen kann. Und er muss ihre Schwächen gut genug kennen, um Konflikte zu vermeiden. Denn die Stressfaktoren im All sind auch so groß genug: Räumliche Enge, knappe Ressourcen, ständige Überwachung und ein extrem dichter Arbeitsplan gehören genauso zum Alltag des Astronauten wie die Schwerelosigkeit.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Was Astronauten verdienen

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