Was passiert, wenn ich meine Bewerbung eingereicht habe?
Zunächst muss der Interessent zusammen mit seiner Bewerbung ein medizinisches Zeugnis seiner Flugtauglichkeit einreichen – genau wie bei jeder normalen Pilotenausbildung. Ohne einen solchen Nachweis ist eine Bewerbung zwecklos.
Die Bewerbung selbst erfolgt über das Internet. Dort muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, den wir sehr sorgfältig auswerten. Auf der Basis dieser Auswertung wählen wir etwa 1000 Kandidaten aus. Diese durchlaufen ein umfangreiches medizinisches und psychologisches Testprogramm. Letztlich bleiben etwa 40 Personen übrig, die dann das normale Bewerbungsverfahren der Esa durchlaufen. Am Ende wird der Generaldirektor seine Auswahl aus etwa 25 hoch qualifizierten Bewerbern treffen.
Bislang war erst eine Frau für die Esa im All. Ist das Esa-Astronautenteam eine reine Männerveranstaltung?
Keineswegs. Wir würden es sogar sehr begrüßen, wenn mit der neuen Bewerbungsrunde auch Frauen ins Astronautenteam kämen.
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Gibt es Unterschiede im Training für Männer und Frauen?
Nein. Natürlich gibt es einige Unterschiede bei den medizinischen Untersuchungen, aber das Astronautentraining selbst ist für Frauen und Männer gleich.
Fliegt jeder der ausgewählten Astronauten auch wirklich ins All?
Diese Zusage können wir natürlich nicht geben. Aber es ist das erklärte Ziel der Esa, dass jeder fliegt – und bislang ist auch noch jedes Mitglied des Esa-Astronautenteams ins All geflogen. Es hat mitunter lange gedauert bis zum ersten Flug – im Schnitt etwa sieben Jahre. Das hatte aber nichts mit der Qualifikation der Bewerber zu tun, sondern war auch äußeren Faktoren geschuldet. Nach der Columbia-Katastrophe 2003 etwa sind eine Zeit lang gar keine Shuttles mehr geflogen. Und natürlich können wir nicht ausschließen, dass sich der Gesundheitszustand eines Astronauten während der Wartezeit so verschlechtert, dass er nicht mehr flugtauglich ist. Aber generell gilt: Wer ausgewählt wurde, das Training durchlaufen hat und fliegen möchte, wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch ins All fliegen.
Sitzen Esa-Astronauten mitunter auch am Steuer einer Sojus oder eines Shuttles?
Nein. Hier haben Russen und Amerikaner klare Regeln. Kommandant einer russischen Sojus-Kapsel kann immer nur ein russischer Staatsangehöriger sein, ein Shuttle wird stets von US-Amerikanern gelenkt. In der Vergangenheit war die russische Seite da etwas offener: So hat Esa-Astronaut Thomas Reiter etwa die Berechtigung, eine Sojus-Kapsel zu führen. Inzwischen hat die russische Raumfahrtbehörde diese Regeln aber geändert.
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